Sprüche über Tiere
1063 Sprüche — Seite 46
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Besser ein Spatz im Hafen als gar kein Fleisch.
Spatzenarbeit - Finkenlohn.
Die Spinne saugt Gift, die Biene Honig aus allen Blumen.
Wenn der Storch die Erbsenstoppel sieht, jagt er die Jungen vom Neste.
Lass den Storch in seinem Nest zufrieden.
Die Störche fliegen hoch und tragen im Schnabel Kröten und Schlangen.
Dem Storch gefällt sein Klappern wohl.
Er lobt den Storch, damit er ihm übers Jahr rote Schuhe bringe.
Es sagt ein Storch dem andern Langhals.
Tauben haben keine Krall und sind der Leute überall.
Wo Tauben sind, da fliegen Tauben zu.
Man fängt nicht zwei Tauben mit einer Bohne.
Die gebratenen Tauben fliegen einem nicht ins Maul.
Wer sich zur Taube macht, den fressen die Falken.
Die Tauben, so unter Dach bleiben, sind vor dem Stoßvogel sicher.
Wer ein Biedermann will sein und heißen, der hüte sich vor Tauben und Geißen.
Die Täublein müssen Federn lassen.
Wer keine Taube hat, der hat Mücken.
Eisern Vieh stirbt nicht.
Gleich Vieh leckt sich gern.