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Sprüche über Tiere

1063 Sprüche — Seite 22

Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.

Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.

  1. Man findet manchen Esel, der nie Säcke trug.

  2. Wer mit den Hühnern zu Bette geht, kann mit den Hahnen aufstehen.

  3. Früh mit den Hühnern zu Bette und auf mit den Hahnen zur Wette.

  4. Seine Hühner legen Eier mit zwei Dottern.

  5. Kein Vieh verbüßt Gewette.

  6. Bellet ein Hund, so klaffen sie alle.

  7. Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben, hundert Ackerbauer und tausend Gärtner

    Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt

  8. Hunde, die einen Braten gerochen haben, wollen ihn auch gerne belecken.

  9. Alte Böcke - steife Hörner.

  10. Der Bock weiss, dass er Hörner hat.

  11. An fremden Hunden riechen die andern.

  12. Bär und Büffel können keinen Fuchs fangen.

  13. Begoßne Hunde fürchten das Wasser.

  14. Hundsbiß heilt Hundshaar.

  15. Er muss es hinnehmen, als wenn ihn ein Hund gebissen hätte.

  16. Wie gern frißt die Katze Wurst; wenn sie nur die Haut hätte!

  17. Der liebe Gott hat es gewollt, dass die Mück' uns stechen sollt'. Es wär zu schön auf dieser Welt, wenn die Mück' im Sommer fehlt.

  18. Eine Katze hat neun Leben, wie die Zwiebel und das Weib sieben Häute.

  19. Gebrühte Katze scheut auch kaltes Wasser.

  20. So kriegte die Katze den Speck nicht.