Sprüche über Tiere
1063 Sprüche — Seite 26
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Du suchst den Bären und stehst vor ihm.
Den Esel will jedermann reiten.
Fliegen und Freunde kommen im Sommer.
Wer weiß, ob meine Katze, wenn ich mit ihr spiele, sich nicht mehr mit mir amüsiert als ich mich mit ihr?
— Michel de Montaigne
Der Schwanz zeugt vom Fuchs.
Liegt der Hund, so beißen ihn alle.
Wenn sich die Krähe vor Maientag im Korn verstecken kann, so gerät es wohl.
Schätze den Hund nicht nach den Haaren, sondern nach den Zähnen.
— Johann Gottfried Herder
Wenn die alten Kühe tanzen, so klappern ihnen die Klauen.
Will die Katze nicht mausen, so laßt sie draussen.
Ein Hund ist klüger als eine Frau; er bellt seinen Herrn nicht an
Einem Menschen, den Kinder und Tiere nicht leiden können, ist nicht zu trauen.
— Carl Hilty
Bienen sind gar nicht so fleißig, sie können nur nicht langsam fliegen.
Es ist ein armer Fuchs, der nur e i n Loch hat.
Gott hat die Esel geschaffen, damit sie dem Menschen zum Vergleich dienen können.
— Christian Johann Heinrich Heine
Ein Tierfreund zu sein gehört zu den größten seelischen Reichtümern des Lebens.
— Richard Wagner
Immer lustig, immer heiter, wie der Blitz am Blitzableiter, wie der Affe frech im Zoo lebe glücklich, lebe froh!
Es ging ein Scheich im Syrerland, führt' ein Kamel am Halfterband. O möcht' solch' Scheich, doch kein Barbar, auch dich einst führen zum Altar.
Ein Baum mag tausend Zhàng hoch sein, die Blätter fallen doch zurück zu seinen Wurzeln.
Der Mensch ist zur Arbeit geboren, wie der Vogel zum Fliegen
— Martin Luther