869 Sprüche — Seite 25
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Hungrige Fliegen stechen übel.
Fuchsschwänzer sind dem Herren lieb, stehlen doch mehr als ein Dieb.
Narren verhalten sich zu Ehemännern wie Sardellen zu Heringen: der Ehemann ist der größte von beiden.
— William Shakespeare
Kommt der Regen schräg von vorn, kriegt die Kuh ein nasses Horn.
Greift man den Hund beim Schwanz, so knurrt er.
Menschen essen alle Arten von Fischen, aber dem Hai machen sie einen Vorwurf daraus.
Vertraue Allah, aber binde das Kamel fester an.
Die ideale Frau sollte aussehen wie ein junges Mädchen, denken wie ein Mann und arbeiten wie ein Pferd.
— William Somerset Maugham
Wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben
— Franz von Assisi
Pferdeverstand: das, was Pferde davon abhält, auf künftiges Verhalten der Menschen zu wetten.
— Oscar Wilde
Es ist ein wahres Glück, dass der liebe Gott die Fliegen nicht so gross wie die Elefanten gemacht hat, sonst würde uns sie zu töten viel mehr Mühe machen, und auch weit mehr Gewissensbisse.
— Christian Morgenstern
Schakale und Wölfe versperren den Weg. - Schurken sind an der Macht!
In Sand lege die Erdnuß, auf Lehm säe Weizen.
Um Fleiss und Mühe gibt Gott Schaf und Kühe
Wenn du den Hahn einsperrst, geht die Sonne doch auf.
Möge die Katze dir nicht in den Milchtopf treten, der Hund den Butternapf nicht umstoßen, die Maus den Schinken nicht riechen. Mögest du Nachsicht haben mit der Tollpatschigkeit der Tiere, so wie …
Geschäftig wie eine Katze, die sieben Töpfe zugleich zu lecken hat.
Solange der Esel trägt, ist er dem Müller lieb.
Mensch: ein Tier, das Geschäfte macht; kein anderes Tier tut dies - kein Hund tauscht Knochen mit einem anderen.
— Adam Smith
Katze: weicher, unzerstörbarer Automat, von der Natur erschaffen, damit wir danach treten können, wenn in der Familie etwas schiefgeht.
— Ambrose Bierce