869 Sprüche — Seite 31
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Der Fuchs verkehrt wohl seine Haut, aber nicht sein Gemüt.
Es ist ein armer Fuchs, der nur e i n Loch hat.
Schlafender Fuchs fängt kein Huhn.
Man schickt Füchse aus, um Füchse zu fangen.
Wenn man den Fuchs nicht beißen will, so kann man keinen Hund finden.
Man gibt den Hunden nicht so viel, als sie heischen mit des Schweifes Spiel.
Damit lockt man keinen Hund vom Ofen.
Es wird dir bekommen wie dem Hund das Gras.
Je magerer der Hund, je größer die Flöhe.
Wer mit den Hunden zu Bette geht, steht mit Flöhen wieder auf.
Ein Hund riecht am andern, ob er den Pfeffer nicht habe.
Hat der Teufel den Hund geholt, so hol' er auch den Strick.
Komm ich über den Hund, so komm ich auch über den Schwanz.
Er ist ein Hund, wenn er nur einen Schwanz hätte.
Besser ein lebender Hund als ein toter Löwe.
Tote Hunde beißen nicht.
Da liegt der Hund begraben.
Er schüttelt es ab wie der Hund den Regen.
Ein Mann kann machen, dass ihn seine eigenen Hunde beißen.
Ich habe den Hund lieber zum Freund als zum Feind.