Sprüche über Tiere
1063 Sprüche — Seite 53
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Einer der Unterschiede zwischen Hund und Mensch besteht darin, dass man sich in der Not auf diesen niemals, auf jenen aber immer verlassen kann.
— Georges-Louis Leclerc de Buffon
Wer ein Ei stiehlt, stiehlt auch ein Kamel
Die Nachtigall mag mühen sich sehr, brüllt ein Ochse oder ein Esel daher.
— Bernhard Freidank
Es badet sich die Kräh mit allem Fleiß und kann doch niemals werden weiß.
— Bernhard Freidank
Wenn einer im Delirium tremens immer Ratten sieht, ist er deshalb noch lange kein Naturforscher
— Gilbert Keith Chesterton
Von allen Tieren erlangt nur die Katze das rechte Sichversenken. Sie betrachtet das Rad des Lebens von außen, wie Buddha.
— Andrew Lang
Das verspielte Kätzchen, das wie ein kleiner Tiger umherspringt, ist um Welten amüsanter, als die Hälfte der Menschen, mit denen es zusammenleben muss.
— Lady Sydney Morgan
Ich bin sicher, dass Katzen auf einer Wolke gehen könnten ohne durchzufallen.
— Jules Verne
Katzen lieben Menschen viel mehr als sie zugeben wollen, aber sie besitzen soviel Weisheit, dass sie es für sich behalten.
— Mary E. Wilkins Freeman
Ein Kätzchen ist für die Tierwelt, was eine Rosenknospe für den Garten ist.
— Robert Southey
Ich habe die Philosophen und die Katzen studiert, doch die Weisheit der Katzen ist letztlich um ein weites größer.
— Hippolyte Taine
Wer lauter große Dinge sehen will, muss sich zu einer Mücke wünschen.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Um die Natur zu erkennen, muss man ihre Geschöpfe verstehen. Um ein Geschöpf zu verstehen, muss man in ihm den Bruder sehen.
— Manfred Kyber
Wenn der Mensch wüsste, dass Tiere sprechen können, würde er ihnen dann zuhören? Denn die Menschen glauben, zwischen ihnen und den Tieren sei ein Abgrund. Es ist nur eine Stufe im Rad des Lebens. Denn …
— Manfred Kyber
Die Tiere fliehen den Menschen, weil sie Gottes Bildnis im Menschen nicht mehr erkennen können.
— Manfred Kyber
Niemand kommt sich so hilflos vor wie der Besitzer eines kranken Goldfisches
— Kin Hubbard
Die Pferde rennen nach dem Lohn, und die Esel erhalten ihn.
— Franz Emanuel August Geibel
Für den Maulwurf ist die Welt nicht größer und weiter als seine Gänge.
— August Pauly
Es ist mir manchmal ein Mensch, den ich vergeblich eine Wahrheit zu eröffnen suchte, vorgekommen, wie ein Mann, dem ich auf den Gaul helfen wollte, der aber immer wieder drüben herunter fiel.
— August Pauly
So wie der Igel mit dem Rüsselchen, kommt der Bürokrat schon mit dem Zöpfchen zur Welt.
— August Pauly