869 Sprüche — Seite 4
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Ich habe drei Haustiere, die dieselbe Funktion erfüllen wie ein Ehemann: einen Hund, der jeden Morgen knurrt, einen Papagei, der den ganzen Nachmittag flucht, und eine Katze, die nachts spät n …
— Marie Corelli
Wie öde ein Garten, wo keine Nachtigall schlägt. Wie traurig ein Leben, das keine Liebe bewegt.
Es genügt, einem Menschen eine Uniform anzuziehen, ihn von seiner Familie zu trennen und die Trommel zu rühren, um ein wildes Tier aus ihm zu machen
— Leo Tolstoi
Was ist der Mensch ohne die Tiere? Wären alle Tiere fort, so stürbe der Mensch an großer Einsamkeit des Geistes. Was immer den Tieren geschieht, geschieht bald auch den Menschen. Alle Dinge sin …
Grausamkeit gegen Tiere ist eines der kennzeichnendsten Laster eines niederen und unedlen Volkes
— Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt
Ein Wissenschaftler ist eine Mimose, wenn er selbst einen Fehler gemacht hat, und ein brüllender Löwe, wenn er bei anderen einen Fehler entdeckt.
— Albert Einstein
Das Tier hat ein fühlendes Herz wie du. Das Tier hat Freude und Schmerz wie du. Das Tier hat einen Hang zum Streben wie du, das Tier hat ein Recht zu leben wie du.
— Peter Rosegger
Was dem Schwarm nicht nützt, das nützt auch der einzelnen Biene nicht
— Mark Aurel
Solange ein altes Pferd noch lebt, bleibt es seinem Charakter treu.
Die Augen einer Katze sind Fenster, die uns in eine andere Welt blicken lassen.
Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn es vonnöten ist. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz.
— Franz von Assisi
Wenn du mit den Tieren sprichst, lernst du sie kennen. Wenn du nicht mit ihnen sprichst, lernst du sie nicht kennen. Was du nicht kennst, davor fürchtest du dich. Was du fürchtest zerstörst du.
Woran sollte man sich von der endlosen Verstellung, Falschheit und Heimtücke der Menschen erholen, wenn die Hunde nicht wären, in deren ehrliches Gesicht man ohne Misstrauen schauen kann?
— Arthur Schopenhauer
Darum beneide ich die Tiere - sie wissen nicht, was über sie geredet wird.
— Voltaire
Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe, ich schwör's euch.
— Rainer Maria Rilke
Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken...
— Novalis
Wenn man mit blossem Geschrei ein Haus bauen könnte, so hätte ein einziger Esel längst eine ganze Stadt errichtet.
— Abraham a Sancta Clara
Der Mensch ist das religiöse Tier. Er ist das einzige Tier, das seinen Nächsten wie sich selber liebt und, wenn dessen Theologie nicht stimmt, ihm die Kehle abschneidet.
— Mark Twain
Gibt es denn eine Welle, die für sich allein ist im Weltmeer?
Wer Tiere quält ist unbeseelt, weil Gottes guter Geist ihm fehlt
— Johann Wolfgang von Goethe