869 Sprüche — Seite 33
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Wenn die Katzen mausen, hängen sie keine Schellen an.
Der Katzen Scherz ist der Mäuse Tod.
Die Katze spielt mit den Mäusen, wenn sie satt ist.
Katz aus dem Haus, rührt sich die Maus.
Wenn die Katze aus dem Hause ist, springen die Mäuse über Stühl und Bänke.
Die Katze fängt die Mäuse nicht in Handschuhen.
Wer mit Katzen zu Acker fährt, der eggt mit Mäusen zu.
Hüte dich vor den Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.
Keine Katze so glatt, sie hat scharfe Nägel.
Wer denkt, seine Katze werf' ein Kalb, der verliert seine Mühe mehr denn halb.
Setz eine Katz in ein Vogelhaus, es wird kein Zeislein draus.
Willst du lange leben gesund, iß wie die Katze, trink wie der Hund.
Reist eine Katze, so kommt ein Mäusfänger wieder
Die Katze ist hungrig, wenn sie ans Brot geht.
Näschige Katze macht achtsame Mägde.
Der Katze, die den Spieß leckt, vertrau den Braten nicht.
Es ist zuviel von der Katze begehrt, dass sie bei der Milch sitze und nicht schlecke.
Man jagt die Katze zu spät vom Speck, wenn er gefressen ist.
Wenn man die Katze auf den Käse bindet, so frißt sie nicht.
Die Katze frißt gern Fische, sie will aber nicht ins Wasser.