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Sprüche über Leben

2733 Sprüche — Seite 108

Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.

Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.

  1. Dem kleinen Veilchen gleich, das im Verborgenen blüht, sei immer fromm und gut, auch wenn dich niemand sieht.

  2. Das Veilchen am Bache, das Röslein am Strauch sind alle zwei herzig, und du bist es auch!

  3. Ein Blütenkranz ist unser Leben, wo Knospe sich an Knospe drängt, mit süßem Wohlgeruch umgeben. Doch, ach, zu oft mit Dornen untermengt.

  4. Kein Sternlein blinkt im Walde. Weiß weder Weg noch Ort: Die Blumen an der Halde, die Blumen in dem Walde, die blühn im Dunkeln fort.

    — Theodor Storm

  5. Dein Album ist ein Blumengarten, drin blühen Blumen aller Arten. Ich stell in diesem Blumenflor im Herzen mir das Unkraut vor. Doch wenn die Rosen welkend fallen, gedenk des Unkrauts dann vor all …

  6. Tulpen, Nelken, Rosen, mach nicht in die Hosen. Du musst deine Ängste dämpfen und um deine Rechte kämpfen.

  7. Ein großes Reich und kleine Geister passen nicht zueinander

    — Edmund Burke

  8. Das Denken ist der Prozess, durch den niedrige Instinkte verwandelt werden.

    — Walter Rathenau

  9. Versuche stets, ein Stückchen Himmel über deinem Leben freizuhalten

    — Marcel Proust

  10. Ein altes Wort bewährt sich leider auch an mir, daß Glück und Schönheit sich dauerhaft nicht vereint.

    — Johann Wolfgang von Goethe

  11. Im Leben einer Frau zählt nur die Jugend.

    — Henry de Montherlant

  12. Keiner will heute leben; keiner ist mit der gegenwärtigen Stunde zufrieden; alle finden, dass sie gar zu langsam vergeht.

    — Jean-Jacques Rousseau

  13. Viele Werke der Alten sind Fragmente geworden. Viele Werke der Neueren sind es gleich bei der Entstehung.

    — Friedrich von Schlegel

  14. Auch die gelesene Wahrheit muss man hinterher erst selber erfinden.

    — Jean Paul

  15. Gerade das Gegenteil tun heißt auch nachahmen, es heißt nämlich das Gegenteil nachahmen.

    — Georg Christoph Lichtenberg

  16. Alle Wesen leben vom Lichte, jedes glückliche Geschöpf, die Pflanze selbst, kehrt freudig sich zum Licht.

    — Friedrich von Schiller

  17. Ist die Viehzucht aufgegeben, heisst es von Touristen leben

  18. Wird der Knecht gehetzt von Doggen, muß er um sein Leben joggen!

  19. Das letzte Vergnügen im Leben ist das Bewußtsein, aus der Pflicht entlassen zu sein.

    — William Hazlitt

  20. Niemand ist härter als die Sanftmütigen aus Berechnung.

    — Marquis de Vauvenargues