1598 Sprüche — Seite 38
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen.
— Leo Tolstoi
Wir leben in einer Zeit vollkommener Mittel und verworrener Ziele.
— Albert Einstein
Der Träge sitzt, weiß nicht wo aus, und über ihm stürzt ein das Haus, mit frohen Segeln munter fährt der Frohe das Leben hinunter
— Ludwig Tieck
Man verschlafe ruhig die Hälfte des Lebens - man wird die andere Hälfte doppelt genießen.
— Carl Ludwig Schleich
Wenn die Maschinen, die die Menschen so im Lauf der Zeit erfunden haben, nun auch noch funktionierten: was wäre das für ein angenehmes Leben!
— Kurt Tucholsky
Ein Teil des Lebens geht zu Grunde, so oft eine Stunde verschleudert wird.
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Kein Weiser, glaube mir, spricht: "Morgen will ich leben." Der Morgen ist zu spät; heut ziemt sich's anzuheben.
— Martin Opitz
Das Leben besteht im wesentlichen aus Glauben und Geduld. Wer diese besitzt, kommt zu einem herrlichen Ziel.
— Rudolf von Tavel
Unter Gesundheit verstehe ich nicht "Freisein von Beeinträchtigungen", sondern die Kraft mit ihnen zu leben
— Johann Wolfgang von Goethe
Allzeit gewinnen macht verdächtig, allzeit verlieren macht verächtlich
Man sieht die Blumen welken und die Blätter fallen, aber man sieht auch die Früchte reifen und neue Knospen keimen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Stiehl einen Hammel und sie hängen dich. Stiehl eine ganze Herde, und sie verhandeln mit Dir.
Auf wessen Worte du hörst, dessen Knecht du bist
Auf jede alte Sache wächst Moos.
Auf dem Sofa kann man nicht schmieden lernen.
Ausgehungerte Wölfe heulen, satte Schweine schlafen
In der Sauna verraucht der Zorn und die Galle trocknet ein
Tanzen ist träumen mit den Beinen.
Wer in einem Jahr reich werden will, wird schon nach zehn Monaten gehängt.
Ein Fehler, der geleugnet wird, verdoppelt sich.