1598 Sprüche — Seite 50
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Da man in das Leben sich hat fügen müssen, wieviel leichter sollte man sich in den Tod fügen können.
— Wilhelm Raabe
Der Verstand ist eine Warnung, in den Konsequenzen des Lebens die letzte Weisheit zu sehen oder die letzte Rettung.
— Martin Kessel
Je länger man lebt, desto deutlicher sieht man, dass die einfachen Dinge die wahrhaft größten sind.
— Romano Guardini
Sich selbst zu lieben ist der Anfang einer lebenslangen Romanze
— Oscar Wilde
Man stirbt nicht an einer bestimmten Krankheit, man stirbt an einem ganzen Leben
— Charles Péguy
Unser Leben währet siebenzig Jahr, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahr, und wenn's köstlich gewesen ist, so ist's Mühe und Arbeit gewesen.
Du kannst dein Leben nicht verlängern, noch verbreitern, nur vertiefen.
— Gorch Fock
Nicht der Jüngling ist glücklich zu preisen, sondern der Greis, der gut gelebt hat.
— Epikur
Sportler leben nicht länger, sie sterben nur gesünder.
Ich wünsche Dir, dass du an jedem Tag deines Lebens tatsächlich lebendig bist.
— Jonathan Swift
Die Hälfte dessen, was man schreibt, ist schädlich, die andere Hälfte unnütz.
— Friedrich Dürrenmatt
Was wir auf Schulen und Universitäten lernen, ist nicht Erziehung, sondern Mittel zur Erziehung.
— Ralph Waldo Emerson
Man muss sich nicht aus Eigensinn auf die schlechtere Seite stellen, wenn sich der Gegner bereits auf die bessere gestellt hat.
— Baltasar Gracián y Morales
Kultur ist nur ein dünnes Apfelhäutchen über einem glühenden Chaos
— Friedrich Nietzsche
Die Regierung, sogar die beste, ist nichts anderes als ein notwendiges Übel, die schlechteste ist unerträglich
— Thomas Paine
Wieviel Freude schläft in uns - und wir wecken sie nicht!
— Gorch Fock
Gewalt kann wohl den Richter beugen, doch niemals beugt Gewalt das Recht.
— Johannes Trojan
Der höchste Stolz und der höchste Kleinmut ist die höchste Unkenntnis seiner selbst
— Baruch de Spinoza
Erwarte vom anderen, was du ihm selbst getan.
— Publius Syrus
Nicht Tatsachen, sondern Meinungen über Tatsachen bestimmen das Zusammenleben.
— Epiktet