1598 Sprüche — Seite 134
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Was stets und allerorten sich ewig jung erweist, ist in gebundenen Worten ein ungebundener Geist.
— August von Platen
Auch wenn dir der Sinn meines Spruchs noch nicht dämmert: sei gut beschlagen und nicht - behämmert!
Wie das Gewand um deine Glieder, schlingt sich der Reim um Vers und Lieder; schön mögen des Gewandes Falten sein: doch schöner muss, was sie enthalten, sein!
— Friedrich von Bodenstedt
Du bist ein lustiger Vogel, und so soll's immer sein, singst fröhlich wie die Lerche, und niemand sperrt dich ein!
Wenn dich die bösen Buben locken, dann folge ihnen nicht. Bleib hocken!
Selig ist, wer sich verdrückt, wenn es was zu lernen gibt.
Wer jeden Tag nur Kuchen isst und Keks und Schokolade, der weiß ja nicht, wann Sonntag ist, und das ist wirklich schade.
Stunden, wo der Unsinn waltet, sind so selten. Stört sie nie! Schöner Unsinn, glaubt mir Kinder, er gehört zu Poesie.
Bei all Deinen Sorgen merke Dir eins: Besser Du lebst fünf vor zwölf als eins nach keins.
Ist die Zeit auch hingeflogen, die Erinnerung weicht nie; als ein lichter Regenbogen ruht auf trüben Wolken sie.
Ob gut, ob schlecht das Jahr auch sei: ein bisschen Frühling ist immer dabei!
Ich wollte gern ein Kränzlein binden, konnt aber keine Blumen finden. Der Schnee hat alles zugedeckt, und die Blümchen sind versteckt.
Wie das Veilchen sei bescheiden, wie der Frühling reich an Freuden.
Ein Blütenkranz ist unser Leben, wo Knospe sich an Knospe drängt, mit süßem Wohlgeruch umgeben. Doch, ach, zu oft mit Dornen untermengt.
Kein Sternlein blinkt im Walde. Weiß weder Weg noch Ort: Die Blumen an der Halde, die Blumen in dem Walde, die blühn im Dunkeln fort.
— Theodor Storm
Dein Album ist ein Blumengarten, drin blühen Blumen aller Arten. Ich stell in diesem Blumenflor im Herzen mir das Unkraut vor. Doch wenn die Rosen welkend fallen, gedenk des Unkrauts dann vor all …
Es blüht ein Blümchen irgendwo, in einem stillen Tal, das schmeichelt Aug und Herz so froh wie Abendsonnenstrahl.
— Gottfried August Bürger
Bist du traurig, hast du Sorgen, soll ich dir mein Lächeln borgen? Macht’s dich happy, bringst’s dir Glück, gib’s mir irgendwann zurück!
Wer täglich furzelt dass es knallt, wird locker 100 Jahre alt!
Hurra, hurra, Papi wird heut 50 Jahr! Drum feier schön und sei recht heiter und vergiß nie: die Welt, sie dreht sich weiter!