1598 Sprüche — Seite 141
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Die Ideen entzünden einander wie die elektrischen Funken.
— Johann Jakob Engel
Redensarten sind gleichsam das Kleid der Gedanken.
— Johann Jakob Engel
Töchter sind wie fahrende Habe.
Bruderzwist gar heftig ist.
Viele Brüder machen schmale Güter.
Weibern und Jungfrauen war ausgehen nie so gut, daheim bleiben war besser.
Ist die Decke über den Kopf, so sind die Eheleute gleich reich
Der erste am Herd setzt seinen Topf, wohin er will
Es gibt nur e i n e böse Frau auf der Welt, aber jeder glaubt, e r habe sie.
Es gibt kein vollkommenes Glück.
— Horaz
Wo das Glück einmal einkehrt, da greift es leicht um sich.
— Gottfried Keller
Ein altes Wort bewährt sich leider auch an mir, daß Glück und Schönheit sich dauerhaft nicht vereint.
— Johann Wolfgang von Goethe
Was anders wäre Freude als Freude machen?
— Lord Byron
Das Glück ist ein Mosaikbild, das aus lauter unscheinbaren kleinen Freuden zusammengesetzt ist.
— Daniel Spitzer
Ein Tropfen Glück möchte ich haben - oder ein Fass Verstand.
— Menander
In jedem Glück ist ein Tropfen Bitterkeit.
— John Knittel
Keiner ist in allem glücklich.
— Aristophanes
Die Vernunft gewährt kein Glück an der Stelle dessen, was sie nimmt.
— Germaine Madame de Stael
Glück strahlt zurück wie das Licht des Himmels
— Washington Irving
Mit dem Glück verhält es sich wie mit den Uhren: die einfachsten gehen am besten
— Nicolas Chamfort