1598 Sprüche — Seite 42
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Wie schade, dass die Heilige Jungfrau sich nur herabläßt, Kindern und Narren zu erscheinen!
Wer vom Blitz getroffen wird, hört den Donner nicht.
Hoffen ist ein schlechter Ersatz für Tun
Lieber ............ , du hast ganz Recht, die Menschen sind erbärmlich schlecht. Ein jeder scheint ein Bösewicht, nur du und ich natürlich nicht.
Furchtlos, doch mit Bescheidenheit beschreite des Lebens Stege. Wer immer nur im Mittelpunkt steht, steht allen andern im Wege.
Pflanz einen Baum; und kannst du auch nicht ahnen, wer einst in seinem Schatten tanzt, bedenke, Freund: es haben unsere Ahnen, ehe sie dich kannten, auch für dich gepflanzt.
Man muss die Welt so nehmen wie sie ist - aber nicht so lassen.
Wenn man einmal sechzig ist, dann soll man sich verschnaufen, auch wenn man größter Optimist, man kann nicht alles mehr sich kaufen. Was man einstens nicht konnt’ wissen, lässt einem heute keine Ruh …
Alles Irdische ist vergänglich.
— Joseph Victor von Scheffel
Die echte Freiheit ist nicht eine Freiheit von etwas, sondern eine Freiheit zu etwas.
— Johann Heinrich Pestalozzi
Tadle nichts Menschliches! Alles ist gut, nur nicht überall, nur nicht immer, nur nicht für alle.
— Novalis
Das Weib sieht tief. Der Mann sieht weit.
— Christian Dietrich Grabbe
Schweigen ist die unerträglichste Erwiderung.
— Gilbert Keith Chesterton
Es fliehen nicht alle, die den Rücken kehren.
— Christoph Lehmann
Wovor ich mich am meisten fürchte, ist die Furcht.
— Michel de Montaigne
Es gibt keine Beschimpfung, die man nicht verzeiht, wenn man sich gerächt hat.
— Marquis de Vauvenargues
Die Jahre lehren viel, was die Tage nicht wissen.
— Ralph Waldo Emerson
Das Herz gibt allem, was der Mensch sieht, hört und weiß, die Farbe.
— Johann Heinrich Pestalozzi
Die Wahrheit ist unterwegs und nichts kann sie aufhalten.
— Emile Zola
Recht häuft sich nicht, wohl aber Unrecht.
— Gerhart Johann Robert Hauptmann