Sprüche über Leben
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Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Lass das lange Vorbereiten, fang dein Leben an beizeiten.
— Eduard von Bauernfeld
Man ist geduckt, geschockt, verwirrt und merkt, dass man schon dreißig wird. Man schaut die anderen an - mit List, stellt fest, dass man erst dreißig ist.
Jede Kunst erfordert ein ganzes Menschenleben.
— Johann Christian Friedrich Hölderlin
Die Liebe ist das größte Theaterstück des Lebens. Es unterscheidet sich von anderen Theaterstücken, dass in der Liebe diejenigen Stücke, in denen sich die Liebenden nicht bekommen, Lustspiele sind …
— Gottlieb Moritz Saphir
Ein lästiger und ungezogener Tischgenosse zerstört alle Lust.
— Plutarch
Ein verlottertes Feld stürzt dich zeitweilig in Not, eine falsche Ehefrau ruiniert dich fürs Leben.
Wer das Leben liebt und den Tod nicht scheut, geht fröhlich durch die sinkende Zeit.
— Theodor Körner
... die Liebe ist kein Kinderspiel, aber das schönste, tiefste und liebste Spiel des Lebens selber.
— Diotima
Die Gegenwart eines Gedankens ist wie die Gegenwart einer Geliebten
— Arthur Schopenhauer
Tanz ist die einzige Kunst, in dem wir selbst der Stoff sind, aus dem sie gemacht ist.
— L. Schnabel
Lerne zu warten, warten ist hart, aber bedenke: Kommt Zeit, kommt Bart!
Ein glückliches Leben besteht in erster Linie aus Freiheit von Sorgen.
— Marcus Tullius Cicero
Wer verrät, er verwahre ein Geheimnis, hat schon dessen Hälfte ausgeliefert; und die zweite wird er nicht lange behalten.
— Jean Paul
Das Altern ist eine heimtückische Krankheit, die sich ganz von selbst und unbequem einschleicht.
— Michel de Montaigne
An seinen Idealen zu Grunde gehen können heißt lebensfähig sein.
— Peter Altenberg
Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut.
— Theodor Fontane
Ist nicht im Innern Sonnenschein, von außen kommt er nicht hinein.
— Friedrich von Bodenstedt
Derjenige, der sich mit Einsicht für beschränkt erklärt, ist der Vollkommenheit am nächsten.
— Johann Wolfgang von Goethe
Das Augenfällige wird immer erst gesehen, nachdem es einer in schlichte Worte gefasst hat
— Khalil Gibran
Wie nutzlos, durch dieses Leben zu wandern, wär's nicht die Brücke zu einem andern
— Friedrich von Bodenstedt