1598 Sprüche — Seite 37
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Unter Gesundheit verstehe ich nicht "Freisein von Beeinträchtigungen", sondern die Kraft mit ihnen zu leben
— Johann Wolfgang von Goethe
Die Söhne essen das Obst, und ihre Väter gleiten auf den Schalen aus.
Manche Art zu Leben gleicht dem Träumen. Man wacht auf und sieht, dass viel Zeit vergangen ist. Man versucht weiter zu träumen oder sein Leben sinnvoll zu gestalten.
— Else Pannek
Reich ist, wer mit Freude leben kann.
— Else Pannek
Das Leben besteht im wesentlichen aus Glauben und Geduld. Wer diese besitzt, kommt zu einem herrlichen Ziel.
— Rudolf von Tavel
Eure Gebete für eine gute Ernte seien kurz - doch hacken und jäten sollt ihr lang
Menschen sind wie Edelsteine: Man lernt sie am besten kennen, indem man sie aus der Fassung bringt
Ein Blumenstrauß für Mutterliebe - das ist ein sehr geringer Dank. Würdest du mir glauben, wenn ich schriebe, dass ich dich lieb, mein Leben lang?
Das eine Ziel schwer, das andere leicht, was einzig zählt, ist, was du erreichst.
Die Welt zerstreut oder engt dich ein, musst in dir selbst zu Hause sein. Der wird von Unrast nicht verschont, der bei sich selbst zur Miete wohnt.
— Paul Johann Ludwig von Heyse
Humor ist der beste Schwimmring auf dem Strom des Lebens.
— Wilhelm Raabe
Es ist wahr: Die Blumen können uns nicht ernähren, aber sie machen die Freude des Lebens aus.
— André Gide
Kein Weiser, glaube mir, spricht: "Morgen will ich leben." Der Morgen ist zu spät; heut ziemt sich's anzuheben.
— Martin Opitz
Ein Teil des Lebens geht zu Grunde, so oft eine Stunde verschleudert wird.
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Wenn die Maschinen, die die Menschen so im Lauf der Zeit erfunden haben, nun auch noch funktionierten: was wäre das für ein angenehmes Leben!
— Kurt Tucholsky
Wir sind alle Blätter an einem Baum, keins dem andern ähnlich, das eine symmetrisch, das andere nicht, und doch alle gleich wichtig dem Ganzen.
— Gotthold Ephraim Lessing
Man verschlafe ruhig die Hälfte des Lebens - man wird die andere Hälfte doppelt genießen.
— Carl Ludwig Schleich
Der Träge sitzt, weiß nicht wo aus, und über ihm stürzt ein das Haus, mit frohen Segeln munter fährt der Frohe das Leben hinunter
— Ludwig Tieck
Wir leben in einer Zeit vollkommener Mittel und verworrener Ziele.
— Albert Einstein
Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen.
— Leo Tolstoi