Sprüche über Leben
2733 Sprüche — Seite 37
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Lieber sofort ablehnen als lange versprechen.
Nicht jeder ist Zar, der im Kreml wohnt.
Das Glück ist eine Frage des Ausgeschlafenseins. Verschlafe, wenn du Talent hast, die volle Hälfte deines Lebens, du wirst dann die andere doppelt gelebt haben.
— Carl Ludwig Schleich
Diese Welt ist eine Treppe; der eine steigt hinauf, der andere steigt hernieder.
— Katharina von Siena
Wer etwas weiß, hat zehn Augen. Wer nichts weiß, ist blind.
Die Wahrheit sinkt mitunter nieder, aber verliert doch nie den Atem.
Man muss die Welt so nehmen wie sie ist - aber nicht so lassen.
Es ist doch ein gewaltiger Unterschied, ob dein Leben der Muße oder der Trägheit gehört.
— Seneca
Das Auge der Frau macht die Zimmer rein.
Das Schweigen ist der schönste Schmuck einer Frau, doch trägt sie ihn nur selten.
Wer vom Blitz getroffen wird, hört den Donner nicht.
Bei zu viel Diskussion geht die Wahrheit unter.
Ein Fehler, der geleugnet wird, verdoppelt sich.
Morgen ist immer der Tag, ab dem der Faule am meisten zu tun hat.
Was einem in den Schoß fällt, verliert man leicht
Belaste dich nicht mit Hass. Er ist eine schwerere Bürde, als du denkst.
— Marie Marquise de Sévigné
Hüte dich vor leisen Hunden und stillen Wassern.
Die größte Liebe ist die der Mutter, dann kommt die des Hundes und dann die eines Schatzes.
Der Körper ist an keiner Stelle ohne Seele, weil sie mit ihrer eigenen Wärme den ganzen Körper durchströmt.
— Hildegard von Bingen
Es gibt nichts Beständigeres als die Unbeständigkeit.
— H. J. Christoph von Grimmelshausen