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Sprüche über Leben

2733 Sprüche — Seite 109

Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.

Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.

  1. Was wäre das Leben ohne Hoffnung? Ein Funke, der aus Kohle springt und verlischt.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  2. Es zählt nicht, wie alt du bist, sondern wie du alt bist.

  3. Ich möchte was drum geben, genau zu wissen, für wen eigentlich die Taten getan worden sind, von denen man öffentlich sagt, sie seien "für das Vaterland" getan worden.

    Georg Christoph Lichtenberg

  4. Der Mensch ist vor allen anderen Geschöpfen ein auf Hoffnung gestelltes Wesen.

    Friedrich von Schlegel

  5. Alle Belehrung geht von Herzen aus, alle Bildung vom Leben.

    Christian Friedrich Hebbel

  6. Ein angenehmes Leben und heiteres Leben kommt nicht von äußeren Dingen.

    Plutarch

  7. Der eigentliche Redner der Volksversammlung ist die Leidenschaft.

    Antoine de Rivarol

  8. Die Menschen sollen Menschen bilden, in dem sie sie als Menschen behandeln.

    Emile Zola

  9. Wahres und Gutes wird sich versöhnen, wenn sich beide vermählen im Schönen.

    Friedrich Rückert

  10. Wahre Menschlichkeit ist köstlicher als alle Schönheit der Erde.

    Johann Heinrich Pestalozzi

  11. Die Schönheit strahlt nur aus dem innern Leben.

    Theodor Körner

  12. Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.

    Friedrich von Schiller

  13. Jeder will Freiheit haben, und niemand will sie geben.

    Oliver Cromwell

  14. Die Strafe, die züchtigt ohne zu verhüten, heißt Rache.

    Albert Camus

  15. Das Leben besteht nicht aus siebzig Jahren, sondern die siebzig Jahre bestehen aus einem fortwehenden Leben, und man hat allemal gelebt und genug gelebt, man sterbe, wann man will.

    Jean Paul

  16. Das Leben gab den Sterblichen nichts ohne große Arbeit.

    Horaz

  17. Wie gut wäre es, wenn man die Stimmen, anstatt sie zu zählen, wägen könnte.

    Georg Christoph Lichtenberg

  18. Musik ist die Poesie der Luft.

    Jean Paul

  19. Gerechtigkeit ist Wahrheit in Aktion.

    Joseph Joubert

  20. Denken heißt Vergleichen.

    Walter Rathenau