1598 Sprüche — Seite 22
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohlüberlegt leben; intensiv leben wollte ich. Das Mark des Lebens in mich aufsaugen, um alles auszurotten, was nicht Leben war. Damit ich nicht in der Todess …
— Henry David Thoreau
Wie wenig ist am Ende der Lebensbahn daran gelegen, was wir erlebten, und wie unendlich viel, was wir daraus machten.
— Wilhelm von Humboldt
Geistiges Leben läßt sich nicht mit körperlichem Maß messen.
— Leo Tolstoi
Du kannst mit deinem Leben ein besseres Zeugnis ablegen als mit deinen Lippen.
— Oliver Goldsmith
Arbeit macht das Leben süß, macht es nie zur Last, der nur hat Bekümmernis, der die Arbeit hasst.
Ein Leben in der Vergangenheit oder in der Zukunft macht eine Gegenwart unmöglich
— Else Pannek
Ich habe keine andre Pflicht als die der Lebenslust: so glücklich als möglich zu leben.
— Richard Fedor Leopold Dehmel
Der Lebenskünstler weiss, dass es vor allem darauf ankommt, sich mit den richtigen Leuten zu vergleichen.
— Henrik Johan Ibsen
Das Leben ist eine Kette von Vergessenheiten.
— Honoré de Balzac
Ehrfurcht vor dem Leben ist die Grundlage aller Werte.
— Else Pannek
Ich prüfe jedes Angebot, denn es könnte die Chance meines Lebens sein!
— Henry Ford
Wer sich beurteilt nur nach sich, gelangt zu falschen Schlüssen; du selbst erkennst so wenig dich, als du dich selbst kannst küssen.
— Friedrich von Bodenstedt
Das Glück ist gemacht, um geteilt zu werden.
— Jean Racine
Wahrheit kann man auch freundlich sagen.
Das Glück liegt nicht in den Dingen, sondern in der Art und Weise, wie sie zu unsern Augen, zu unserm Herzen stimmen.
— Jeremias Gotthelf
Glück ist ein illusorischer Zustand, ein sich Anklammern an Vergängliches
— John Knittel
So sind die Gedanken. Sie laufen lustig voraus wie Hündchen. Ich habe zwei. Eins heißt „Wer weiss“, das andere „Kann sein“
— Wilhelm Busch
Je mehr Gedankenstriche in einem Buch, desto weniger Gedanken.
— Arthur Schopenhauer
Über eine Sache nachzudenken, ist das geringste, was wir mit ihr tun können.
— José Ortega y Gasset
Wer ins kalte Wasser springt, taucht ins Meer der Möglichkeiten