1598 Sprüche — Seite 53
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Der Tod bedeutet nichts anderes als Leben in rein geistigen, geläutertem, glückseligem Zustand, Befreiung der Seele vom erdenschweren Leid.
— Rudolf von Tavel
Wer die Heimatberge nicht liebt, kann auch fremde Täler nicht lieben.
Gott gibt jedem Vogel einen Regenwurm, aber er bringt ihn ihm nicht ins Nest.
Wer fürchtet, dass die Biene sticht, erntet auch den Honig nicht.
Was ist der Mensch? Jedenfalls nicht das, was er sich einbildet zu sein, die Krone der Schöpfung.
— Wilhelm Raabe
Pessimist ist jemand, der glaubt, dass jeder Mensch so widerwärtig ist wie er selbst.
— George Bernard Shaw
Der Charakter ist weiter nichts als eine langwierige Gewohnheit.
— Plutarch
Krieg ist ein Winterschlaf der Kultur.
— Friedrich Nietzsche
Alle Verallgemeinerungen sind gefährlich, sogar diese.
— Alexandre Dumas
Unwahrheit ist so einfach, Wahrheit so schwierig.
— George Eliot
Der Mensch ist wie sein Umgang.
— Euripides
Nicht der fernste Mensch ist uns das größte Geheimnis, sondern gerade der Nächste
— Dietrich Bonhoeffer
Grosse Gedanken kommen aus dem Herzen.
— Marquis de Vauvenargues
Nicht aus jeder Handlung erwächst Glück, aber es gibt kein Glück, ohne zu handeln.
— Benjamin Disraeli
Zuweilen ist's ein Unglück, recht zu haben
— Sophokles
Bei dem Duett sind stets zu sehn zwei Mäuler, welche offen stehn.
— Wilhelm Busch
Die Ehe ist ein Zustand, in dem es zwei Leute weder mit- noch ohne einander längere Zeit aushalten können
— Marie von Ebner-Eschenbach
Die Weisheit des Lebens besteht im Ausschalten der unwesentlichen Dinge.
Immer jünger werden, je älter man wird, das ist die rechte Lebenskunst
— Ernst Thälmann
Also geht alles zu Ende allhier: Feder, Tinte, Tobak und auch wir. Zum letztenmal wird eingetunkt, dann kommt der große schwarze Punkt.
— Wilhelm Busch