Sprüche über Leben
2733 Sprüche — Seite 53
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Was wir ein Leben nennen, ist für den ganzen ewigen inneren Menschen nur ein einziger Gedanke, ein unteilbares Gefühl.
— Friedrich von Schlegel
Vernunft verhält sich zum Verstande wie ein Kochbuch zu einer Pastete
— Ludwig Börne
Oft nennt man Güte, was nur ein Mangel an Geistesgegenwart ist.
— Carmen Sylva
Vom Wahrsagen lässt sich wohl leben in der Welt, aber nicht vom Wahrheit sagen.
— Georg Christoph Lichtenberg
Leichte Abendmahlzeit - lange Lebenszeit.
Zweifeln ist Suchen, nicht Ratlosigkeit.
— Johann Heinrich Pestalozzi
Die Zahl ist das Wesen aller Dinge.
— Pythagoras
Die Sprache ist ein Gewölke, an dem jede Phantasie ein anderes Gebilde erblickt
— Jean Paul
Unterhaltung besteht meistens nicht darin, dass man selbst etwas Gescheites sagt, sondern dass man etwas Dummes anhören muss.
— Wilhelm Busch
Das Gestern ist fort, das Morgen nicht da. Leb' also heute!
— Pythagoras
Vergangenheit ist wichtig. Zukunft ist wichtig. Doch wir leben in der Gegenwart.
Jede höhere Stufe, welche der Mensch betritt, erfordert eine andere Lebensordnung
— Christoph Martin Wieland
Das Wichtigste im Verkehr mit Menschen: ihnen ihre Ausreden wegräumen.
— Arthur Schnitzler
Um zu sprechen, muß man denken, zumindest annäherungsweise.
— Voltaire
Die Todesstunde ist die Geburt zu einem neuen Leben.
Wenige Bücher vermögen das ganze Leben hindurch zu gefallen. Es gibt solche, deren mit der Zeit die Weisheit oder der gesunde Sinn überdrüssig wird.
— Joseph Joubert
Alles, was menschlich ist, muß rückwärts gehen, wenn es nicht vorwärts geht.
— Edward Gibbon
Jedes Schreckbild verschwindet, wenn man es fest ins Auge faßt.
— Johann Gottlieb Fichte
Der Baum des Wissens ist nicht der des Lebens.
— Lord Byron
Der Wiener ist ein mit sich' sehr unglücklicher Mensch, der den Wiener hasst, aber ohne den Wiener nicht leben kann.
— Hermann Bahr