1598 Sprüche — Seite 89
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt
— Alfred Friedrich Delp
Dein ist nichts als die Stunde, in der du lebst.
Wir brauchen weniger Menschen, die nur über die Liebe reden, und mehr, die Liebe leben.
— Rainer Haak
Doppelt lebt, wer auch Vergangenes genießt.
— Martial
Das Leben leicht tragen und tief genießen, ist ja doch die Summe aller Weisheit.
— Wilhelm von Humboldt
Ohne ein Leben nach dem Sterben bleibt dieses Leben ein phantastische Chaos. Verstanden werden kann das Leben nur als Leben im Licht der Ewigkeit.
— Carl Ludwig Schleich
Der Mensch hat zwei Berufungen in sich: eine ruft zum Leben, die andere zum Tod.
— Hildegard von Bingen
Tugend ist die Mitte zwischen den Fehlern.
— Horaz
Es gibt nichts Wunderbares: Alles, was geschieht, was geschehen ist und was geschehen wird, geschieht, geschah und wird geschehen auf eine natürliche Weise.
— Georg Büchner
Es ist schwer, den der uns bewundert, für einen Dummkopf zu halten.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Die Tinte ist das fünfte Element und die Presse die Artillerie der Gedanken.
— Karl Julius Weber
Eine Mühle, die nicht umgeht, ein Backofen, der nicht heizt und eine Mutter, die nicht gern daheim ist, sind unwert.
Das ist schön bei uns Deutschen; keiner ist so verückt, dass er nicht einen noch Verückteren fände, der ihn versteht.
— Christian Johann Heinrich Heine
Wer das Leben nicht schätzt, der verdient es nicht.
— Leonardo da Vinci
Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.
Die Nerven - ach du lieber Gott! Die Leber wird zum Kinderspott, die Leber und der Magen; doch würd auch alles weh und wund, eh bien, bleibt nur das Herz gesund, so wollen wir's ertragen.
— Theodor Fontane
Durch Lächeln und noch mehr durch Lachen wird die kurze Spanne des Lebens verlängert.
— Laurence Sterne
Von allen Gütern, die die Weisheit sich zur Glückseeligkeit des ganzen Lebens zu verschaffen weiß, ist bei weitem das größte die Fähigkeit, sich Freunde zu erwerben.
— Epikur
Gesundheit gedeiht mit der Freude am Leben.
— Thomas von Aquin
Nichts kommt ohne Interesse zustande.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel