1598 Sprüche — Seite 138
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
So wie keine Blume ohne Farbe gedacht werden kann, so ist kein Mensch ohne Poesie.
— Sophie Bernhardi
Instinkt ist nichts anderes als die Intelligenz der Schöpfung.
— Jean-Henri Fabre
Zur Energie des Handelns gehört auch die Energie des Entsagens
— Ludwig Purtscheller
Binde deine Wünsche an einen Stern.
— Leonardo da Vinci
Alle wichtigen Fragen entscheiden sich besser in der Nacht.
— Epicharmos
Talent haben ist das Beste, das zweite, etwas lernen.
— Epicharmos
Von der Freiheit kann man auch nicht ein Stückchen abschneiden, weil die Freiheit sich sofort in diesem Stückchen zentralisieren würde.
— Michail Bakunin
Das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alle gleich.
— Ferdinand Raimund
Überall hat man den Himmel über sich.
— Francesco Petrarca
Es gibt ja nichts so Unwilliges wie das Alter.
— Francesco Petrarca
Selbstlosigkeit ist ausgereifter Egoismus
— Herbert Spencer
Auf irgendeine Weise sind alle Menschen Krüppel
— Hermann Stehr
Leidenschaft ist konsequenter als Vernunft.
— Otto Weiss
Es gibt nacheinander und nebeneinander unzählig viele Welten.
— Anaximander
Das Wort ist Medium der Erinnerung.
— Ferdinand Ebner
Hoffnung heißt der Morgenstern, Sehnsucht der Abendstern.
— Theodor Toeche-Mittler
Die Willkür kennt nur den blinden Eigenwillen.
— Karoline Freiin von Wolzogen
So ist's nun mal auf dieser Welt, und ich find's gar nicht gut: Die kleinen Diebe hängt man, vor den großen zieht man den Hut.
Wie sich der Teil zum Ganzen verhält, so die Ordnung des Teils zur Ordnung des Ganzen.
— Dante Alighieri
Es lässt der innere Drang des Herzens nicht der Klugheit Raum.
— Friedrich Schleiermacher