1598 Sprüche — Seite 79
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Ei ja! - da bin ich wirklich froh! Denn, Gott sei Dank! ich bin nicht so!
— Wilhelm Busch
Deinen Gläubigen, o Herr, wird das Leben nicht genommen, es wird nur neu gestaltet.
Wenn's einer davon haben kann, so bleibt er gerne dann und wann des Morgens, wenn das Wetter kühle, noch etwas liegen auf dem Pfühle ...
— Wilhelm Busch
Man soll lieben, so viel man kann, und darin liegt die wahre Stärke, und wer viel liebt, der tut auch viel und vermag viel, und was in Liebe getan wird, das wird gut getan.
— Vincent van Gogh
Behandle alle Menschen gleich, ob sie arm sind oder reich, denn auch du erwartest im Leben, dass man dir mit Respekt begegne.
Mit anderer Leut's Sach ist gut leben.
Die Natur ist die beste Führerin des Lebens.
— Marcus Tullius Cicero
Es ist nichts als die Tätigkeit nach einem bestimmten Ziel, was das Leben erträglich macht.
— Friedrich von Schiller
Alles bricht und alles fällt mit dem Leben in der Welt, wahre Freundschaft nur allein soll bei uns unsterblich sein.
Die Freundschaft gibt zwar nicht die Seligkeit der Liebe. Doch wär ein Leben hart, das ohne Freundschaft bliebe.
Wer keine Kinder hat, weiß nicht, warum er lebt.
Ist die Liebe selber eine Reise, in gänzlich neues Leben, so wird der Wert der Fremde, der gemeinsam erfahrenen, durch sie verdoppelt.
— Ernst Bloch
Auf der falschen Voraussetzung, als könnten zwei Menschen ganz ineinander aufgehen, wurzeln die schlimmsten Übel des Lebens.
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Wie töricht ist es, Pläne für das ganze Leben zu machen, da wir doch nicht einmal Herren des morgigen Tages sind.
Jedes Tierchen, selbst das Kleinste, hängt an seinem bißchen Leben.
Der Mensch hat immer eine Heimat und wär es nur der Ort, wo er gestern war und heute nicht mehr ist. Entfernung macht Heimat, Verlust Besitz.
— Alexander von Villers
Erfahrungen sammeln heißt Fehler begehen.
— Herbert George Wells
Das Leben ist ein ewiges Wechselspiel aus Nehmen und Behalten.
— Henry Ford
Das Geheimnis, die größte Freude am Leben zu finden, ist gefährlich zu leben!
— Friedrich Nietzsche
Alter ist immer noch das einzige Mittel, das man entdeckt hat, um lange leben zu können.
— José Ortega y Gasset