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Sprüche über Leben

2733 Sprüche — Seite 125

Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.

Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.

  1. Die Phantasie nimmt uns sehr leicht auf ihre Flügel, reduziert sich aber ebenso geschwind bei gewöhnlichen Naturen auf den sinnlichen Bodensatz.

    — Bogumil Goltz

  2. Nicht alle Tiere fressen Heu.

  3. Wenn des Zaren Schwanz schwillt, so brennt jede Lippe, ihn aufzunehmen.

  4. Junggeselle ein Pfau, verlobt ein Löwe, verheiratet ein Esel.

  5. Die Trauer ist nicht die Folgeerscheinung unseres Schmerzes, sondern bereits sein Heilmittel.

  6. Eine harte Hand züchtet dürre Pflanzen.

  7. Leute ohne Humor sind Wiesen ohne Blumen. Wie könnte ihr Leben anders sein als dürr.

    — Meta von Salis

  8. So wie keine Blume ohne Farbe gedacht werden kann, so ist kein Mensch ohne Poesie.

    — Sophie Bernhardi

  9. Will man einen Hund schlagen, findet man immer einen Stock.

  10. Gibst du fremden Hunden Brot, werden dich bald deine eigenen fressen.

  11. Hundert Stockhiebe auf einen fremden Hintern sind noch zu wenig.

  12. In unserm Innern ist viel Land, für das es keine Karte gibt.

  13. Es ist besser, zu nehmen und zu bereuen als aufzugeben und zu bereuen

  14. Treibe dein Geschäft vorwärts, lass dich nicht von ihm vorwärtstreiben

  15. Die Fehler gehören zum Leben wie der Schatten zum Licht.

    — Friedrich Georg Jünger

  16. Die am meisten befehlen, haben das geringste Vergnügen.

  17. Das Leben zeugt Blumen und Bienen. Blumen, das sind die schöpferischen Geister, und Bienen die anderen, die daraus Honig sammeln.

    — Christian Morgenstern

  18. Freu dich nicht über mein Leid, denn wenn meins alt ist, wird deins neu sein

  19. Freunde binden ihre Geldbeutel mit einem Spinnengewebe zu.

  20. Ärzte und Pflasterer bedecken ihren Pfusch mit Erde.