1598 Sprüche — Seite 82
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Ein glückseliges Leben ist der Genuss der Gegenwart; das ewige Leben ist die Hoffnung der Zukunft.
— Ambrosius
Verschliesse dich nur, um dich neu zu öffnen
Hunger und Liebe sind die Triebkräfte aller menschlichen Handlungen.
— Anatole France
Betrachte einmal die Dinge von einer anderen Seite, als du sie bisher sahst; denn das heißt ein neues Leben beginnen
— Mark Aurel
Menschenleben sind wie Blätter, die lautlos fallen. Man kann sie nicht aufhalten auf ihrem Weg.
Ein böses Weib ist für Ehemann eine große Plage. Es ist wahrlich besser, unter Tigern und Löwen, unter Bären und Wölfen zu leben als mit einem bösen Weibe.
— Abraham a Sancta Clara
Wenn das Leben ein Traum ist, was passiert dann - wenn ich aufwache?
— Georg Simmel
Nehmen Sie einem Durchschnittsmenschen die Lebenslüge, und Sie nehmen ihm zu gleicher Zeit das Glück.
— Henrik Johan Ibsen
Ein fauler und ein fleißiger Mensch können nicht gut miteinander leben, der faule verachtet den fleißigen gar zu sehr.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Ein Mensch wie ich pfeift auf das Leben einer Million Menschen.
— Napoleon
Durch Frauen werden die Höhepunkte des Lebens bereichert und die Tiefpunkte vermehrt.
— Friedrich Nietzsche
Die Welt schuldet uns nichts - sie war vor uns da!
— Mark Twain
Alles Schöne ist ein selbst erleuchtetes, vollendetes Individuum.
— Novalis
Auf Grabschriften stehen auch die größten Lügen.
— Karl Julius Weber
Das Ärgern hab' ich eigentlich aus meinem Programm gestrichen, ebenso das Verwundern über meine Mitmenschen.
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Man sollte Mitleid mit denjenigen haben, die sich alles erlauben können
— Jean Anouilh
Wir alle verachten Vorurteile, aber wir sind alle voreingenommen
— Herbert Spencer
Die meisten Bücher von heute scheinen in einem Tag aus den Büchern von gestern entstanden zu sein.
— Nicolas Chamfort
Glück ist Selbstgenügsamkeit.
— Aristoteles
Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren
— Albert Schweitzer