1598 Sprüche — Seite 65
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Man liebt sich in der Dämmerung, heiratet bei Kerzenschein, aber zusammen leben muss man bei Tageslicht.
Wir brauchen nicht so fortzuleben wie wir gestern gelebt haben. Machen wir uns von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden zu neuem Leben ein.
— Christian Morgenstern
Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt.
— Mark Twain
Wir sind Gäste des Daseins, Reisende zwischen zwei Stationen. Wir müssen unsere Sicherheit in uns selbst suchen.
— Boris Pasternak
Nicht der Einzelne verändert die Wirklichkeit, die Wirklichkeit wird von allen verändert. Die Wirklichkeit sind wir alle, und wir sind immer nur Einzelne.
— Friedrich Dürrenmatt
Egoisten sind wir alle, der eine mehr, der andere weniger. Der eine läßt seinen Egoismus nacked laufen, der andere hängt ihm ein Mäntelchen um.
— August von Kotzebue
Es gibt zwei Dinge, die ein Highlander nackt mag, und eine davon ist Malt Whisky
Lerne zu warten, warten ist hart, aber bedenke: Kommt Zeit, kommt Bart!
Man ist geduckt, geschockt, verwirrt und merkt, dass man schon dreißig wird. Man schaut die anderen an - mit List, stellt fest, dass man erst dreißig ist.
Tanz ist die einzige Kunst, in dem wir selbst der Stoff sind, aus dem sie gemacht ist.
— L. Schnabel
Wer verrät, er verwahre ein Geheimnis, hat schon dessen Hälfte ausgeliefert; und die zweite wird er nicht lange behalten.
— Jean Paul
Das Altern ist eine heimtückische Krankheit, die sich ganz von selbst und unbequem einschleicht.
— Michel de Montaigne
Ist nicht im Innern Sonnenschein, von außen kommt er nicht hinein.
— Friedrich von Bodenstedt
Derjenige, der sich mit Einsicht für beschränkt erklärt, ist der Vollkommenheit am nächsten.
— Johann Wolfgang von Goethe
Das Augenfällige wird immer erst gesehen, nachdem es einer in schlichte Worte gefasst hat
— Khalil Gibran
Reue ist die Ebbe nach der Flut der Leidenschaft.
— Peter Sirius
Es gibt nur ein Mittel, auf den kommenden Tag zu verzichten. Sterben.
— Victor-Marie Hugo
Ein lästiger und ungezogener Tischgenosse zerstört alle Lust.
— Plutarch
Die Gegenwart eines Gedankens ist wie die Gegenwart einer Geliebten
— Arthur Schopenhauer
Was einer daheim hat, das braucht er nicht aussen zu suchen.