1598 Sprüche — Seite 97
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Lebenskunst bedeutet zu lieben, was man tut, nicht, zu tun, was man liebt.
Das Ziel des Lebens ist ein Leben im Einklang mit der Natur
— Zenon von Kition
Passbilder sind die Rache der Photographen.
— Joachim Ringelnatz
Wir wünschen euch und eurem Kinde an Glück, so viel das Herz nur fasst. Es soll ein fröhlich Kinde werden und euch zur Freude gut gedeihn. Ihm leuchte im Gestrüpp der Erden des Lebens schönster S …
Die Formel eines gesunden Lebens - ununterbrochenes Werden, Spiritualisieren der Materie
Eines schickt sich nicht für alle. Sehe jeder, wie er's treibe! Sehe jeder, wo er bleibe, und wer steht, dass er nicht falle!
Nie verlerne, so zu lachen, wie du jetzt lachst, froh und frei, denn ein Leben ohne Lachen ist ein Frühling ohne Mai!
Wer nach seinem Gewissen lebt, der ist kein Knecht, der befiehlt sich selbst und gehorcht sich selbst; der lebt wirklich menschlich.
— Johann Geiler von Kayserberg
Vieles Gewaltige lebt, und nichts ist gewaltiger als der Mensch.
— Sophokles
Leben ist aussuchen. Und man suche sich das aus, was einem erreichbar und adäquat ist, und an allem anderen gehe man vorüber.
— Kurt Tucholsky
Je älter man wird, umso teurer ist das Leben. In jeder Hinsicht.
— Else Pannek
Wir werden nicht älter mit den Jahren, wir werden neuer jeden Tag!
— Emily Elizabeth Dickinson
Wer sich allzu oft bückt, fängt an, krumm zu gehen und zu denken.
Jugend ist wie ein Most. Der läßt sich nicht halten. Er muß vergären und überlaufen.
— Martin Luther
Der Mensch ist der Faktor, der nie ganz aufgeht
— Friedrich Dürrenmatt
Applaus, Freunde, die Komödie ist vorbei
— Ludwig van Beethoven
Wer nicht zuweilen zu viel empfindet, der empfindet immer zu wenig
— Jean Paul
Es gibt kein Wunder für den, der sich nicht wundern kann.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Der Trieb, unser Geschlecht fortzupflanzen, hat noch eine Menge anderes Zeug fortgepflanzt.
— Georg Christoph Lichtenberg
Jugend ist wie Sauerteig. Aber der Sauerteig ist nicht das ganze Brot.
— Alexander Puschkin