1598 Sprüche — Seite 99
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Wer die Menschen gut machen will, muss sie vor allem glücklich machen
— Pearl S. Buck
Keinem ist das Leben so süß wie dem, der jede Todesfurcht verloren hat
— Samuel Smiles
Ehrlich währt am längsten
Schmiegsam und geschmeidig ist der Mensch, wenn er geboren wird, starr, störrisch und steif, wenn er stirbt. Biegsam, weich und zart sind die Kräuter und die Bäume im Wachstum, dürr, hart und stark i …
— Laotse
Wenn man das ruhige und häusliche Leben lieben soll, muß man dessen Süßigkeit von Kindheit an empfunden haben. Nur in seinem Elternhaus erwirbt man die Lust am eigenen Heim.
— Jean-Jacques Rousseau
Traurigkeit ist Stille, ist Tod. Heiterkeit ist Regsamkeit, Bewegung, Leben.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Der kleinste Erdenmensch, ein Sohn der Ewigkeit, besiegt in immer neuen Leben den alten Tod.
— Rudolf Steiner
Keine Grenze verlockt uns mehr zum Schmuggeln als die Altersgrenze
— Robert Musil
Der wachsende Einfluß der Frauen ist das einzig Beruhigende an unserm politischen Leben.
— Oscar Wilde
Anfangen ist gut, Fortfahren ist besser, Ausharren ist das Beste
Wer den Glauben an sich selbst bewahrt, verliert auch nicht den Glauben an die Menschen
Männer in deinem Alter werden nicht mehr älter - sondern nur noch interessanter!
Vier Dinge kommen nicht zurück: das gesprochene Wort, der abgeschossene Pfeil, das vergangene Leben und die versäumte Gelegenheit.
Man soll sich kein Haus kaufen, sondern einen guten Nachbarn.
Was Gott will erquicken, das läßt er nicht ersticken.
Eigentlich ist jeder Tag wie eine große Schlacht mit vielen Lichtblicken
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Wenn eine Seele aufwacht und lernt, Gott etwas heiterer ins Gesicht hineinzuschauen, was gibt das für ein neues Leben! Das kann alles neu machen und umgießen.
— Johann Albrecht Bengel
Ich hab es immer gar kläglich gefunden, wenn man Leut von ihrer Heimat ausgetrieben hat, man nimmt ihnen ein gut Stück Leben weg und läßt ihnen ein unklar Träumen…
— Ludwig Anzengruber
Wer die Vergangenheit liebt, liebt eigentlich das Leben.
— Jean Paul
Die Kraft der Gedanken ist unsichtbar wie der Same, aus dem ein riesiger Baum erwächst; sie ist aber der Ursprung für die sichtbaren Veränderungen im Leben des Menschen.
— Leo Tolstoi