1598 Sprüche — Seite 94
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Ach, dass der Mensch so häufig irrt und nie recht weiß, was kommen wird!
— Wilhelm Busch
In Ängsten findet manches statt, was sonst nicht stattgefunden hat.
— Wilhelm Busch
Ein jeder kehre vor seiner Tür, und rein ist jedes Stadtquartier.
— Johann Wolfgang von Goethe
Die Dummheit geht oft Hand in Hand mit Bosheit.
— Christian Johann Heinrich Heine
Unvorsichtigkeit ist eine hervorragende Eigenschaft derjenigen Menschen, welche morgen genau wissen, was sie heute zu tun haben.
— Wilhelm Busch
Sich selbst zu überraschen ist, was das Leben lebenswert macht.
— Oscar Wilde
Der Mensch ist ein Geheimnis. Man muß es enträtseln, und wenn du es ein ganzes Leben lang enträtseln wirst, so sage nicht, du hättest die Zeit verloren. Ich beschäftige mich mit diesem Geheimn …
— Fjodor M. Dostojewski
Ich habe in meinem Leben zwei wichtige Dinge gelernt: dass ich ein großer Sünder bin und dass Christus ein noch größerer Retter ist.
— Isaac Newton
Der Friede ist ein Baum, der eines langen Wachstums bedarf.
— Antoine de Saint-Exupéry
Lache das Leben an, und es knurrt zurück
— Jean Paul
Die Rettung des Planeten ist kein Zuschauersport
Der beste Advokat ist der schlimmste Nachbar
Am Markt lernt man die Leute kennen
Frieden im Gemüte, das Leben sonnig erhellt: Wahre Herzensgüte überwindet die Welt
— Joseph Victor von Scheffel
Vom Vater hab ich die Natur, des Lebens ernstes Führen, vom Mütterchen die Frohnatur, die Lust zu fabulieren.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wenn nicht jeder ein so ganz übertriebenes Interesse an sich selbst nähme, so wäre das Leben so uninteressant, dass keiner es darin aushielte.
— Arthur Schopenhauer
Wo ich auch war und was mir das Leben auch gab, immer hatte ich Heimweh.
— Hans Thoma
Gleich von Geburt an begleitet einen jeden ein Schutzgeist, der unbemerkt sein Leben leitet.
— Menander
Vorurteile ablegen heißt vereinsamen.
— Emanuel Wertheimer
Besorg dir ein Fahrrad. Wenn Du lebst, wirst Du es nicht bereuen.
— Mark Twain