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Sprüche über Leben

2733 Sprüche — Seite 91

Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.

Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.

  1. Der Tag geht vorüber, das Leben flieht dahin, und doch freut der Narr sich auf den Feiertag.

  2. Je länger das Leben dauert, desto kürzer wird es.

  3. Wir haben das Leben nicht verloren. Es wohnt vor uns im Gotteslicht.

  4. Jedes Ding kann nur von einer äußeren Ursache zerstört werden.

    — Baruch de Spinoza

  5. Die Schurken sind immer praktisch tüchtiger als die ehrlichen Leute, weil ihnen die Mittel gleichgültig sind.

    — Franz Grillparzer

  6. Das Gerücht ist eine halbe Lüge.

    — Thomas Fuller

  7. Die guten Ratschläge verdanken ihren ausgezeichneten Ruf dem Umstand, daß sie niemals befolgt werden.

    — Daniel Spitzer

  8. Unsere Sehnsüchte sind unsere Möglichkeiten.

    — Robert Browning

  9. Zwischen Welt und Einsamkeit ist das rechte Leben. Nicht zu nah und nicht zu weit will ich mich begeben.

    — Friedrich Rückert

  10. Mit dem Leben ist es eine komische Sache; wenn man nur das Beste für sich zu akzeptieren bereit ist, bekommt man es sehr oft tatsächlich.

    — William Somerset Maugham

  11. Lieber fünf Minuten feige, als ein Leben lang tot.

  12. Das Leben ist anderswo

    — Arthur Rimbaud

  13. Wer glaubt, dass er auf alle Welt verzichten könnte, täuscht sich. Aber wer glaubt, dass man auf ihn verzichten könnte, täuscht sich noch viel mehr.

    — François de la Rochefoucauld

  14. Das Leben endet nicht, es endet nur die Sendung und Sterben ist ein Schritt zum Ziele der Vollendung

  15. Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen. Das Alter ist die Zeit, sie auszuüben.

    — Jean-Jacques Rousseau

  16. In allem folg der Lehre, was du auch lernen musst: Willst schwimmen du im Meere, dann bad erst im Fluss

  17. Wunder stehen nicht im Gegensatz zur Natur, sondern nur im Gegensatz zu dem, was wir über die Natur wissen

    — Augustinus

  18. Einszweidrei, im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit.

    — Wilhelm Busch

  19. Leben läßt sich nur rückwärts verstehen, muß aber vorwärts gelebt werden

    — Sören Kierkegaard

  20. Der Tourist. In einem Gespräch von nur einer Viertelstunde verleidet er mir die halbe Welt.

    — Jules Renard