1598 Sprüche — Seite 76
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Selbst ein kurzes Leben ist immer noch zu lang
— Plutarch
Wir erreichen jeden Lebensabschnitt als Neuling
— François de la Rochefoucauld
Das Leben ist ein dorniger Rosenstock und die Kunst seine Blüte.
— Georg Ebers
Das Leben bedeutet eine fast lückenlose Reihe persönlicher Entdeckungen.
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Wie mit den Lebenszeiten, so ist es auch mit den Tagen: keiner ist uns genug, keiner ist ganz schön, jeder hat seine Unvollkommenheit. Aber rechne sie zusammen, so kommt eine Summe Freude und Leben …
— Johann Christian Friedrich Hölderlin
Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze entzünden, ohne dass ihr Leben kürzer wird. Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.
Die Ruhe tötet, nur wer handelt, lebt.
— Theodor Körner
Der Sinn des Lebens ist mehr als das Leben selbst.
— Stefan Zweig
Man sucht, von Weibern und von Fischen, das Mittelstück gern zu erwischen.
Irgendwann hört auch das Altern auf; man verwittert dann nur noch.
— George Bernard Shaw
Diese Zeit ist, wie alle Zeiten, eine sehr gute; wir wissen nur nichts mit ihr anzufangen.
— Ralph Waldo Emerson
In einem aufgeräumten Zimmer ist auch die Seele aufgeräumt.
— Ernst von Feuchtersleben
Ich bin der Überzeugung, dass es kaum jemanden gibt, dessen Intimleben die Welt nicht in Staunen und Horror versetzte, wenn es übers Radio gesendet werden würde.
— William Somerset Maugham
Man kann noch weit gehen, wenn man müde ist.
Ein Pferd von dreißig Jahren verändert nicht mehr seinen Gang.
Ein Rat ist, was der Weise nicht braucht und der Narr nicht annimmt
Große Dinge sprechen sich am besten durch Schweigen aus
Lohnt es sich mit dem Vorgesetzten zu streiten, wenn man innerlich sowieso Recht hat?
Wirf auf Gott keinen Kies, denn er wird Steine auf dich werfen.
Mach keine längeren Schritte, als du Beine hast