1598 Sprüche — Seite 44
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Viele wären Feiglinge, wenn sie ausreichend Mut hätten.
— Thomas Fuller
Belaste dich nicht mit Hass. Er ist eine schwerere Bürde, als du denkst.
— Marie Marquise de Sévigné
Wir kennen jeden, nur uns selbst kaum.
— Hugo Ball
Die Wahrheit siegt durch sich selbst. Eine Lüge braucht stets einen Komplizen.
— Epiktet
Wer es zuläßt, daß man ihn beleidigt, verdient es.
— Pierre Corneille
Heucheln, das Wort klingt schlecht, drum nennt man es Takt.
— Carl Spitteler
Vertrauen ist der größte Ansporn, fehlt das, so fehlt alles. All diese Erfindungen zur Vernichtung des Menschengeschlechts finde ich scheußlich.
— Maria Theresia von Österreich
Die Drei und die Sieben sind die beiden größten geistigen Zahlen.
— Honoré de Balzac
Abstrahieren heißt die Luft melken.
— Johann Peter Hebel
Die besten Bücher sind die, von denen jeder Leser meint, er hätte sie selbst machen können.
— Blaise Pascal
Das Schöne, auch in der Kunst, ist ohne Scham nicht denkbar.
— Hugo von Hofmannsthal
Wir spielen unsere Gedanken gegeneinander aus, in Wirklichkeit unsere Temperamente.
— Christian Morgenstern
Ein Gedanke kann nicht erwachen, ohne andere zu wecken.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Man soll das Kind nicht mit dem Bade verschütten.
Ein reicher Bauer kennt seine Verwandten nicht.
Das Glück ist blind, heißt es, aber diejenigen, die ihm hinterherlaufen, sind auch blind. So ist Fortuna denn die Blinde unter den Blinden.
— Christian Friedrich Hebbel
Wahre Freude ist eine ernste Sache.
— Seneca
Das Glück ist eine leichtfertige Person, die sich stark schminkt und von ferne schön ist.
— Johann Nepomuk Nestroy
Unter den Dummen findet man wenige Unglückliche.
— George Bernard Shaw
Alles, was die Seele durcheinanderrüttelt, ist Glück
— Arthur Schnitzler