1598 Sprüche — Seite 43
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Unruhe ist der ärgste Dämon im Leben.
— Berthold Auerbach
Kräfte lassen sich nicht mitteilen, sondern nur wecken.
— Georg Büchner
Träume verhauchen - und nackte, geschundene Menschen erwachen
— Emil Gött
Wer nicht weiß, dass er eine Maske trägt, trägt sie am vollkommensten
— Theodor Fontane
Der Mensch kann nicht anders als menschlich urteilen.
— Nikolaus von Kues
Im Prinzip bin ich ja nicht abergläubisch, aber wenn wir heute Freitag den 13. hätten, käme ich doch lieber ein andermal wieder.
— Alexander Puschkin
Diese Welt ist eine Treppe; der eine steigt hinauf, der andere steigt hernieder.
— Katharina von Siena
Der Körper ist an keiner Stelle ohne Seele, weil sie mit ihrer eigenen Wärme den ganzen Körper durchströmt.
— Hildegard von Bingen
Es gibt nichts Beständigeres als die Unbeständigkeit.
— H. J. Christoph von Grimmelshausen
Verbrecher werden immer von Verbrechern eingesperrt.
— Donatien A. F. Marquis de Sade
Ich besitze nicht, damit ich nicht besessen werde.
— Antisthenes
Es bedürfte zu vieler Verdienste, um das zu sein, was man von sich hält.
— Emanuel Wertheimer
Alles, was existiert, muss einen Namen tragen. Was nicht benannt ist, existiert nicht für den Menschen.
— Oswald Spengler
Ein freundlicher Blick durchdringt die Düsternis wie ein Sonnenstrahl
— Albert Schweitzer
Am Baume des Schweigens hängt seine Frucht, der Friede
— Arthur Schopenhauer
Uns selbst anzulügen ist tiefer in uns drin als andere anzulügen
— Fjodor M. Dostojewski
Mancher ist einem trotz seines Verdienstes zuwider, und mancher trotz seiner Fehler angenehm.
— François de la Rochefoucauld
Selbstvertrauen ist die Quelle des Vertrauens zu anderen.
— François de la Rochefoucauld
Nicht wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt.
— Nicolaus Machiavelli
Es gibt Dinge, die wir wegwerfen würden, fürchteten wir nicht, dass andere sie aufheben
— Oscar Wilde