Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 13
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Ist St. Moritz hell und klar, stürmt der Winter, das ist klar. (22. Sept.)
Baut der Knecht beim Ernten Scheiß, kriegt er vom Bauern Feldverweis!
An St. Kilian säe Wicken und Rüben an. (08. Juli)
Wenn Matthäus freundlich schaut, man auf gutes Wetter baut. (21. Sept.)
Man ist ja von Natur kein Engel, vielmehr ein Welt- und Menschenkind, und ringsumher ist ein Gedrängel von solchen, die dasselbe sind.
— Wilhelm Busch
Die Stimme der Natur lässt sich nicht überschreien
— Christoph Martin Wieland
Wir liegen alle in der Gosse, aber einige von uns betrachten die Sterne.
— Oscar Wilde
Es ist eine Forderung der Natur, dass der Mensch mitunter betäubt werde, ohne zu schlafen. Daher der Genuß im Tabakrauchen, Branntweintrinken, Opiaten.
— Johann Wolfgang von Goethe
Die Natur gibt einem Menschen seine Fähigkeiten, und das Glück bringt sie zur Wirkung.
— François de la Rochefoucauld
Das Leben in der Natur gibt die Wahrheit der Dinge zu erkennen.
— Albrecht Dürer
Der glücklichste Mensch ist derjenige, der von der Natur die Verehrung lernt.
— Ralph Waldo Emerson
Sei wie der Bambus. Beuge und biege dich anmutig, und du wirst niemals brechen.
Vergiss nicht, dass jede Wolke, so schwarz wie sie ist, dem Himmel zugewandt, doch ihre Sonnenseite hat
— Friedrich Wilhelm Weber
Ein ungestörtes Glück verlangen, heißt Mondeslicht mit Netzen fangen, den Sonnenstrahl mit Ketten fesseln und Rosen fordern von den Nesseln.
— Otto von Leixner
Wer andere erheitern kann, ist von Natur aus Arzt
— Demokrit
Die Natur ist ein unendlich geteilter Gott.
— Friedrich von Schiller
Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste in der Natur. Aber ein Schilfrohr, das denkt.
— Blaise Pascal
Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald der wächst.
Kommt Laurenzius daher, wächst das Korn nicht mehr. (10. August)
Sein Name lautet nicht länger 'wilder Hund', sondern 'bester Freund'
— Rudyard Kipling