770 Sprüche — Seite 67
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Von Michel bis Hieronymus, mach auf's Weihnachtswetter den Schluss. (30. Sept.)
Auf dem Heu und in dem Stroh, ward schon manches Mägdlein froh.
Eine Sau mit kalten Füssen, kann als Eisbein man geniessen
Haben die Kühe nichts zu fressen, hat sie der Bauer wohl vergessen.
Hat der Bauer kalte Socken, wird er wohl im Kühlschrank hocken
Ist die Viehzucht aufgegeben, heisst es von Touristen leben
Kippt der Bauer Milch in'n Tank, wird der Trecker sterbenskrank!
Liegt des Bauern Uhr im Mist, weiß er nicht wie spät es ist.
Muht die Kuh laut im Getreide, war ein Loch im Zaun der Weide.
Schmeißt der Knecht die Hose hin, liegt die Magd im Heu schon drin
Stinkt der Bauer arg nach Mist, gibt's zum Nachtisch Ehezwist.
Trinkt der Bauer und fährt Traktor, wird er zum Gefahrenfaktor!
Verliert der Bauer seine Hose, war bestimmt der Gummi lose.
Wenn die Bäurin tobt, der Bauer zittert, hat sie das mit der Magd gewittert
Wenn die Frau Migräne plagt, steigt der Bauer gern zur Magd
Wenn es draussen windet und wettert, der Bauer auf die Bäurin klettert
Zu tief in die Jauche schaun', macht den Bauern sportlich braun.
Pflanzt der Bauer Öko-Beete, denkt er kichernd an die Knete!
Braucht der Bauer nur einen Schinken, sieht man die Sau mit dem Holzbein winken!
Ist der Regen nicht von Dauer, war es nur ein kurzer Schauer.