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Sprüche über Natur

1369 Sprüche — Seite 14

In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.

Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.

  1. Selbst in kleinsten Tautropfen kann sich die ganze Sonne widerspiegeln.

  2. Wer den Baum nur als Brennholz wertet, hat keine Ahnung, was der Baum insgesamt ist.

    Rabindranath Tagore

  3. Der Gang der Jahreszeiten ist ein Uhrwerk, wo ein Kuckuck ruft, wenn es Frühling wird.

    Georg Christoph Lichtenberg

  4. Wenn nur der Kutscher klar sieht, dann wird auch mit blinden Pferden das Ziel erreicht

    Johann Nepomuk Nestroy

  5. Vergiss nicht, dass jede Wolke, so schwarz wie sie ist, dem Himmel zugewandt, doch ihre Sonnenseite hat

    Friedrich Wilhelm Weber

  6. Ein ungestörtes Glück verlangen, heißt Mondeslicht mit Netzen fangen, den Sonnenstrahl mit Ketten fesseln und Rosen fordern von den Nesseln.

    Otto von Leixner

  7. Wer andere erheitern kann, ist von Natur aus Arzt

    Demokrit

  8. Die Natur ist ein unendlich geteilter Gott.

    Friedrich von Schiller

  9. Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste in der Natur. Aber ein Schilfrohr, das denkt.

    Blaise Pascal

  10. Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald der wächst.

  11. Sei wie der Bambus. Beuge und biege dich anmutig, und du wirst niemals brechen.

  12. Wenn's an Alexius regnet, so fault das Getreide auf der Mauer. (17. Juli)

  13. Wer Dornen säht, darf sein Zelt nicht barfuß verlassen.

  14. Kommt Laurenzius daher, wächst das Korn nicht mehr. (10. August)

  15. Der Arzt soll die Kraft und die Natur der Krankheit im Ursprung suchen, denn den Rauch vom Feuer sollen wir nicht löschen, sondern allein das Feuer

    Philippus Theophrastus Paracelsus

  16. Sein Name lautet nicht länger 'wilder Hund', sondern 'bester Freund'

    Rudyard Kipling

  17. Wer im Juni einen hebt, hat den Maibock überlebt

  18. Der Trieb zum Guten ist dem Menschen eingepflanzt von Natur wie dem Wasser der Trieb, bergab zu fließen.

  19. Die Liebe sammelt die zerstreuenden Strahlen des Horizontes in einen Brennpunkt.

    Johann Nepomuk Nestroy

  20. Nicht durch die Kraft höhlet der Tropfen den Stein, sondern durch häufiges Fallen.

    Ovid