770 Sprüche — Seite 14
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Rülpst im Stalle laut der Knecht, wird sogar den Säuen schlecht.
Baut der Knecht beim Ernten Scheiß, kriegt er vom Bauern Feldverweis!
Man ist ja von Natur kein Engel, vielmehr ein Welt- und Menschenkind, und ringsumher ist ein Gedrängel von solchen, die dasselbe sind.
— Wilhelm Busch
Auch das beste Pferd kann nicht zwei Sättel tragen
Wenn die Magd nach Knoblauch stinkt, der Knecht sie auch im Dunkeln find!
Furzt der Ochse hemmungsfrei, gibt's Smogalarm der Stufe Drei.
Kleine Samen flach bedeckt, große Samen tief versteckt.
Die Rose spricht alle Sprachen der Welt.
— Ralph Waldo Emerson
Wenn Blumen, gleichgültig welcher Farben und Formen zusammenstehen, kann nie ein Bild der Disharmonie entstehen.
— Vincent van Gogh
Wer wendet sein Gesicht nicht gerne der Zukunft zu, wie die Blumen ihre Kelche der Sonne?
— Heinrich von Kleist
Die Spitze des Berges ist nur ein Umkehrpunkt.
— Reinhold Messner
Es gibt ein Naturwunder, das noch größer ist als das Meer. Das ist der Himmel.
— Victor-Marie Hugo
Das sicherste Mittel gegen Seekrankheit: sich unter einen Apfelbaum legen.
— Horatio Nelson
Der heilige Ambrosius, schneit oft dem Bauern auf den Fuß. (04. April)
Man sieht die Blumen welken und die Blätter fallen, aber man sieht auch die Früchte reifen und neue Knospen keimen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wer an Christian säet Lein, bringt schönen Flachs in seinen Schrein. (03. April)
Wie kommen die Enten aus, die doch so breite Schnäbel haben?
Man stiehlt auch wohl der Elster ein Ei.
Ein Baum der fällt macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald der wächst.
Er ist Storch und Klappermaul.