770 Sprüche — Seite 27
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Die Erde ist eine Gondel, die an der Sonne hängt, und an der wir aus einer Jahreszeit in die andere fahren.
— Johann Peter Hebel
Zum Dank dafür, dass die Sonne sie bescheint, werfen die Dinge Schatten
— Bertolt Brecht
Wenn die Rosen verblüht sind, verachtet man die Dornen.
— Ovid
Er der Schöpfer, beuge sich herab zu dir und segne dich, er reiß auf die himmlischen Tore, er neige sein Angesicht zu dir, denn das Leben kann nur Frucht bringen durch seinen Segen! Nichts entsteh …
Die Güter der Welt gleiten uns durch die Finger wie der Sand der Dünen.
— Antoine de Saint-Exupéry
Das Leben ist ein dorniger Rosenstock und die Kunst seine Blüte.
— Georg Ebers
Es grüßen blaue Blümlein licht in deinem Garten klein. Sie bitten dich: Vergiss mein nicht, denn ich gedenke dein.
Ich denk an dich, wenn ein Regenbogen die Welt in buntes Licht taucht.
Du siehst den Garten nicht mehr grünen, in dem du einst so froh geschafft, siehst deine Blumen nicht mehr blühen, weil dir der Tod nahm deine Kraft.
St. Jakob nimmt hinweg die Not, bringt erste Frucht und frisches Brot. ((02. Juli)
Die Hochzeit der Seele mit der Natur macht den Verstand fruchtbar und erzeugt die Phantasie.
— Henry David Thoreau
Wenn im Mai die Wachteln schlagen, künden sie von Regentagen.
Gott und die Natur machen durchaus nichts vergeblich.
— Philippus Theophrastus Paracelsus
Wenn's im Mai viel regnet, ist das Jahr gesegnet.
Die Liebe ist ein Stoff, den die Natur gewebt und die Phantasie bestickt hat.
— Voltaire
Die klügsten Männer sind jene, die ihrer Frau einreden können, dass Gartenarbeit schön macht.
— Karel Capek
Eine der blamabelsten Angelegenheiten ist es, dass das Wort "Tierschutz" überhaupt geschaffen werden musste
— Theodor Heuss
Die Natur ist die beste Führerin des Lebens.
— Marcus Tullius Cicero
Wandlung ist notwendig, wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.
— Vincent van Gogh
Wenn die Schwalben niedrig fliegen, wird man Regenwetter kriegen.