Sprüche über Natur
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In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Spielt die Dorfmusik zum Tanze, krümmt vor Schreck sich jede Pflanze.
Schöne Äpfel sind auch wohl sauer.
Einen bösen Ast soll man leiden des Baumes willen.
Was der August nicht kocht, lässt der September ungebraten.
Wer dem Bächlein nachgeht, kommt zu dem Brunnen.
Viele Bächlein machen auch einen Strom.
Wir wollen's an den Balken schreiben, wo's Geißen und Kälber nicht ablecken.
Auch ein guter Baum bringt ungleiches Obst.
Krumme Bäume tragen so viel Obst als die geraden.
Große Bäume tragen mehr Schatten als Früchte.
Man ehrt den Baum des Schattens wegen.
Es ist kein Baum, der nicht zuvor ein Sträuchlein gewesen.
Man muss um e i n e s Baumes willen nicht gleich den ganzen Wald ausrotten.
Bergab leite mich, bergauf schone mich, in der Ebene brauche mich, sagt das Pferd.
Eine Biene ist so gut als eine Handvoll Fliegen.
Wenn die Birne reif ist, fällt sie vom Baum.
Gerät der erste Wurf nicht, so fällt die Birne beim zweiten.
Wo man blöken hört, da sind auch Schafe im Lande.
Schöne Blumen steh'n nicht lang am Wege.
Nicht alle Blumen taugen zum Sträußchen.