Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 62
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Rüttelt der Orkan am Haus hängt man keine Wäsche raus!
Ein liebend Paar ist wie Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Es gibt sie alle Tage, aber wir sehen sie selten.
— Samuel Butler
Zwei Blumen sind dem Zufriedenen mehr, als dem Unzufriedenen ein ganzer Garten voll.
Wohl dem, der, ohne sich mit andern zu vergleichen, den Genuss hin nehmen kann, den die Natur mit der Selbstgemäßheit unzertrennlich verbunden hat!
— Johann Georg Adam Forster
Scheint die Sonne auf die Stirn, schlägt sie dem Bauer auf's Gehirn.
Was man nicht begreift, verlernt man auch nicht!
Das Männliche stammte ursprünglich von der Sonne, das Weibliche von der Erde, das Doppelgeschlecht vom Mond, da auch der Mond an beiden teilhat
— Aristophanes
Die Natur übte erst mit Blumen, ehe sie die Frauen schuf.
— Emanuel Wertheimer
Der Wind pfeift darauf, ob der Baum müde ist
Freude ist wie das Erblühen einer Knospe, ein Sonnenaufgang, ein erfrischender Quell auf der Wanderung.
— Else Pannek
Wer Pflanzen wachsen lässt, der hat auch Schmetterlinge.
— Else Pannek
Gewiss ist, dass es Sonne gibt und Regen — dass es Abend wird und Nacht — und dass danach ein Morgen beginnt das ist gewiss.
— Else Pannek
Kunst, Kultur, Natur und alles, was sich nicht rechnet, bereichern das Leben, lassen ahnen, wie heil sein ist.
— Else Pannek
Wenn Gott verboten hätte, Wein zu trinken, würde er dann diesen Wein so herrlich haben wachsen lassen?
— Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu
Das Wunder ist nicht ein Widerspruch zu den Naturgesetzen, sondern ein Widerspruch zu dem, was wir von den Gesetzen wissen.
— Augustinus
Einem Land, in dem die Blumen teuer sind, fehlt die Grundlage der Kultur.
Kracht die Kuh durch's Scheunendach, woll't sie wohl den Schwalben nach
Blitzt und donnert es mit Schauern, kriecht das Vieh ins Bett zum Bauern!
Mit Geduld bekommst Du auch von unreinen Trauben Sirup
Setz einen Frosch auf einen weißen Stuhl, er hüpft doch wieder in den schwarzen Pfuhl.
— Wilhelm Müller