Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 19
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Ein Strahl Sonne kann mehr wecken, als tausend Nächte zu ersticken vermögen.
— Carl Ludwig Schleich
Ein Verliebter betrachtet eine Blume mit anderen Augen als ein Kamel.
Alles, was Natur an Gutem schenken kann, schenkt sie uns in Fülle. Und dazu die Begabung, all das zu genießen
Schiffe stranden nur an Felsen, die Gott geschaffen hat.
— Gorch Fock
Im Stein wird die Bewegung nicht früher geendet, bis er auf dem Boden liegt. Ebenso tun alle Geschöpfe: Sie suchen ihre natürliche Statt.
— Eckhart von Hochheim
Fehlen Fliegen auf dem Klo, sind sie wohl grad anderswo.
Die See kann nicht mit einem Scheffel gemessen werden.
Freunde gibt's genug, aber sie sind wie die Sonnenuhr, die solange ihren Dienst versieht, wie die goldene Sonne zu scheinen pflegt. Sobald aber die Sonne untergeht, ist auch bei ihr alles aus.
— Abraham a Sancta Clara
Auch ein dürrer Baum belebt die Landschaft.
Sagt das Schwein beim Schlachten: 'Au!' knurrt der Bauer: 'Dumme Sau!"
Zum Mitleiden gab die Natur vielen ein Talent, zur Mitfreude nur wenigen.
— Christian Friedrich Hebbel
Will der Bauer schneller pflügen, tät ein Porsche schon genügen.
Schmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unseren menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solcher Siege rächt sie sich an uns.
— Friedrich Engels
Kotzt der Bauer über'n Trekker, war die Brotzeit nicht sehr lecker!
Die Natur schafft die Begabung, und das Schicksal hebt sie heraus.
— François de la Rochefoucauld
Mach dir nicht vor, du wolltest Irrtümer in der Natur verbessern. In der Natur ist kein Irrtum, sondern der Irrtum ist in dir.
— Leonardo da Vinci
Wenn die Gans das Wasser sieht, so zappelt ihr der Steiß.
Der Mensch ist von Natur aus ehrgeizig und misstrauisch und weiß sich im Glück nicht zu mäßigen.
— Nicolaus Machiavelli
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.
— Johann Wolfgang von Goethe
Bevor die Sau ins Schlachthaus geht, versucht sie's rasch noch mit Diät!