770 Sprüche — Seite 68
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Wenn es nachts im Bette kracht der Bauer seine Erben macht.
Wenn der Knecht wie Elvis singt die Kuh im Takt den Euter schwingt.
Läßt der Bauer einen fahren, flieht das Vieh in hellen Scharen.
Wenn im Mai die Triebe walten, kann den Bauern keiner halten.
Kommt der Gockel untern Trecker gibt es morgen früh keinen Wecker
Der Bauer stark nach Jauche stinkt, er Hahne mit dem Brechreiz ringt
Geht die Bäurin in die Breite, sucht der Bauer schnell das Weite.
Ist der Bauer noch nicht satt, fährt er sich ein Hähnchen platt.
Kotzt der Bauer in das Heu, stinkt es bald wie Katzenstreu.
Melkt die Bäu'rin nachts die Ziegen, wird es wohl am Vollmond liegen
Schlapp liegt der Bauer auf der Wiese, unter ihm die Magd Luise.
Steckt die Axt im Kopf des Bauern, ist die Bäurin zu bedauern.
Steppt wild die Sau, charmant, graziös, macht das den Metzger ganz nervös.
Was zu Silvester ausgesät, im September lauthals kräht.
Wenn der Trecker auf dem Acker Öl verliert, hat ihn der Bauer nicht richtig inspiziert!
Wird der Knecht gehetzt von Doggen, muß er um sein Leben joggen!
Die Kuh springt hoch, die Kuh springt weit. Warum auch nicht, sie hat die Zeit!
Wie der Acker, so die Ruben, wie der Vater so die Buben.
Kommt die Milch in Würfeln raus, fiel im Stall die Heizung aus!
Fehlt der Schnee zur Weihnachtsfeier, fällt er auf die Ostereier