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Sprüche über Natur

1369 Sprüche — Seite 68

In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.

Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.

  1. Ideen und Pläne sind wie Pflanzen. Eines Tages werden sie Früchte tragen.

  2. Nicht die Blumen und Bäume, nur der Garten ist dein Eigentum.

  3. Pflanzendüfte sind wie Musik für unsere Sinne.

  4. Die Farbe ist die letzte Kunst und die uns noch immer mystisch ist und bleiben muss, die wir auf eine wunderlich ahnende Weise wieder nur in den Blumen verstehen.

    Philipp Otto Runge

  5. Wie der Geist in den Blumen ist, so ist er auch in den Bäumen

    Philipp Otto Runge

  6. Die Freude, die wir an den Blumen haben, das ist noch ordentlich vom Paradiese her.

    Philipp Otto Runge

  7. Wer sieht nicht Geister auf den Wolken beim Untergang der Sonne?

    Philipp Otto Runge

  8. Der Morgen ist die grenzenlose Erleuchtung des Universums

    Philipp Otto Runge

  9. Um die Natur zu erkennen, muss man ihre Geschöpfe verstehen. Um ein Geschöpf zu verstehen, muss man in ihm den Bruder sehen.

    Manfred Kyber

  10. Die wunderbare Lampe des Himmels, die Sonne.

    Robert Herrick

  11. Die große schweigende Rednerin Natur hat allein für unsere Schmerzen das rechte Wort.

    August Pauly

  12. Wir nennen es Helligkeit, wenn uns mit dem Aufgang der Sonne das Nahe sichtbar gemacht und die Sterne verfinstert werden.

    August Pauly

  13. Die Wolken: die Schauspieler der Lüfte.

    August Pauly

  14. Was die Natur sagt, hat Gott gesagt. Religionen aber sind Menschenantwort.

    August Pauly

  15. Wo können wir uns wohl dem Schöpfer näher wähnen, als wenn der Schöpfung Pracht hervorruft Wonnentränen?

    Heinrich Martin

  16. Bildung ruht auf drei mächtigen Säulen: Geist, Natur und Kunst.

    Heinrich Martin

  17. Der von Einbildungskraft entblösste Verstand möchte selbst die Natur abschätzig behandeln, wenn sie nur nicht stärker wäre als er.

    Germaine Madame de Stael

  18. Ich glaube fest, dass jede Blume sich an der Luft, die sie atmet, erfreut.

    William Wordsworth

  19. Gott hat die lichte, mit Sonne geschmückte Hälfte seines großen Mantels von der Erde hinweggezogen, und mit der andern schwarzen Hälfte, worin Mond und Sterne gestickt sind, das Gehäuse der Welt umhän …

    Wilhelm Heinrich Wackenroder

  20. Das Wandern und Schweifen ist eine grund- und tiefdeutsche Eigenschaft. Immerfort sind sie unterwegs. Kärrner, Kaufleute, Künstler, Dichter, Mädchen und Knaben.

    Jakob Wassermann