Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 28
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Jedes Tierchen, selbst das Kleinste, hängt an seinem bißchen Leben.
Die Sonne geht an keinem Dorf vorüber.
Auch die dunkelste Wolke hat einen silbernen Rand.
Jugendliebe dauert nicht länger als Schnee im April.
Wenn die Schwalben niedrig fliegen, wird man Regenwetter kriegen.
Allein aus Freude am Sehen und ohne Hoffnung, seine Eindrücke und Erlebnisse mitteilen zu dürfen, würde niemand über das Meer fahren.
— Blaise Pascal
Was für ein hässliches Tier ist der Affe, und wie sehr ähnelt er uns.
— Marcus Tullius Cicero
Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt
— Victor-Marie Hugo
Wenn der Mond Dir leuchtet, brauchst Du nicht mehr nach den Sternen zu schielen
Wenn im Mai die Wachteln schlagen, künden sie von Regentagen.
Um den Mond scharen sich viele Sterne.
Im allzu klarem Wasser ist kein Fisch zu finden. Nie sollte man restlose Klarheit fordern.
Glück - das ist in beiden Händen Blumen halten
Die Liebe ist unter den Tugenden, was die Sonne unter den Sternen: Sie gibt ihnen Glanz und Schönheit
— Franz von Sales
Kein Tier ist so wild, dass nicht menschliche Mühe es zähmen könnte; und die menschliche Seele, die alles zu zähmen vermag, soll nicht zu zähmen sein?
— Erasmus von Rotterdam
Die Sonne ist die Universalarznei aus der Himmelsapotheke.
— Friedrich Gottlieb Klopstock
Menschenleben sind wie Blätter, die lautlos fallen. Man kann sie nicht aufhalten auf ihrem Weg.
Die Idee des Meeres ist in einem Wassertropfen vereint.
— Baruch de Spinoza
Das Herz und die Rose sind das einzig unvergängliche.
— Philippus Theophrastus Paracelsus
Der Baum kann sich den Vogel nicht aussuchen, der auf ihm landet.