Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 28
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Wenn die Schwalben niedrig fliegen, wird man Regenwetter kriegen.
So viel Dornen ein Rosenstock, so viel Haare ein Ziegenbock, so viel Flöh ein Pudelhund, so viel Jahre bleib gesund.
St. Paulus klar, gutes Jahr - bringt er Wind, regnet's geschwind. (14. Jan.)
Kein Bauer wankt nach Hause nach einem Gläschen Brause.
Gott ist dreifach von Person und doch einfach von Natur. Gott ist auch an allen Orten, und an jedem Ort ist Gott ganz. Das will so viel sagen, dass alle Orte ein Ort Gottes sind.
— Eckhart von Hochheim
Der Apfel fällt, wenn er nicht krank ist, erst vom Stamm, wenn er reif ist.
— Johann Christian Friedrich Hölderlin
Mancher rauft den toten Löwen beim Bart, der ihn lebend nicht ansehen durfte.
Die Liebe ist ein Stoff, den die Natur gewebt und die Phantasie bestickt hat.
— Voltaire
Leise rauscht der Wasserfall, wenn's nicht mehr rauscht, ist 's Wasser all'
Keine lockt mich, Ranunkeln, von euch, und keine begehr ich; Aber im Beete vermischt sieht euch das Auge mit Lust.
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt
— Victor-Marie Hugo
Es schlägt nicht immer ein, wenn es donnert
Glück - das ist in beiden Händen Blumen halten
Die Liebe ist unter den Tugenden, was die Sonne unter den Sternen: Sie gibt ihnen Glanz und Schönheit
— Franz von Sales
Kein Tier ist so wild, dass nicht menschliche Mühe es zähmen könnte; und die menschliche Seele, die alles zu zähmen vermag, soll nicht zu zähmen sein?
— Erasmus von Rotterdam
Die Sonne ist die Universalarznei aus der Himmelsapotheke.
— Friedrich Gottlieb Klopstock
Der Baum kann sich den Vogel nicht aussuchen, der auf ihm landet.
Menschenleben sind wie Blätter, die lautlos fallen. Man kann sie nicht aufhalten auf ihrem Weg.
Die Natur ist ein Verschwender, der keine Kosten scheut, um sein Werk in kürzester Zeit zu vollenden.
— Thomas Alva Edison
Das Herz und die Rose sind das einzig unvergängliche.
— Philippus Theophrastus Paracelsus