Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 39
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Der Kuckuck kündet gar teure Zeit, wenn er nach Johanni schreit. (24. Juni)
St. Johannis Regengüsse, verderben uns die besten Nüsse. (24. Juni)
Wie das Wetter an Johanni war, so bleibt's wohl 40 Tage gar! (24. Juni)
Ist der Siebenschläfer nass, regnet's ohne Unterlass. (27. Juni)
Um Peter und Paul wird dem Korn schon mal die Wurzel faul. (29. Juni)
Auf Peter und Paul klar, bringt ein gutes Jahr. (29. Juni)
Die erste Birn' bricht an St. Margareth, darauf die Ernte überall angeht. (15. Juli)
Ist Apostelteilung schön, kann das Wetter der Siebenbrüder geh'n.
Wenn's Alexius verregnet heuer, werden Korn und Früchte teuer. (17. Juli)
Vinzenz Sonnenschein, füllt die Fässer mit Wein. (19. Juli)
Margarethenregen wird erst nach Monatsfrist sich legen. (20. Juli)
Klar muss Apollmaris sein, dann bringt man gute Ernte heim.
Um Jakobi heiß und trocken, kann der Bauersmann frohlocken. (25. Juli)
Ist Jakobus am Ort, ziehen die Störche fort. (25. Juli)
Auf Anna klar und rein, wird das Korn bald geborgen sein. (26. Juli)
Anna klar und trocken, machen den Bauern frohlocken. (26. Juli)
Ziehen Celsus schon die Schwalben fort, wird's bald kälter an dem Ort. (28. Juli)
Juli kühl und naß - leere Scheunen, leeres Faß.
Hundstag hell und klar, deuten auf ein gutes Jahr.
Auf Barbara die Sonne schleicht, auf Lucia sie wiederum herschleicht. (04. Dez.)