Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 46
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Justin klar, gutes Jahr. (01. Juni)
Wie's Wetter auf Medardi fällt, meist bis Monatsende hält. (08. Juni)
Medardus ist ein nasser, hält so schlecht das Wasser. (08. Juni)
Margarete - die Regenfrau. (10. Juni)
St. Barnabas schneidet das Gras. (11. Juni)
Barnabas macht, wenn er günstig ist, wieder gut, was verdorben ist. (11. Juni)
Wenn Barnabas bringt Regen, so gibt es auch viel Traubensegen. (11. Juni)
Ist's am Fortunatstag klar, so verheißt's ein gutes Jahr. (12. Juni)
Heiliger Veit, regne nicht, dass es uns nicht an Gerst' gebricht. (15. Juni)
Nach St. Vitus ändert sich die Zeit, alles geht auf die andere Seit'. (15. Juni)
Das Sieb hält kein Wasser.
Wenn der eine nicht will, können zwei nicht streiten.
Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber die Leut'.
Nur die allergrössten Kälber wählen ihren Metzger selber.
Das Geld verdeckt die grössten Löcher.
Den Kopf kühl, die Füße warm, machen den besten Doktor arm.
Dem Kompost und dem Mist am wohlsten im Schatten ist.
Gute Kornjahre sind schlechte Obstjahre.
Die Quecke ist der Bandwurm des Ackers.
Eine Gans, die Fasten erlebt hat, taugt nichts mehr.