770 Sprüche — Seite 38
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Es gibt viele Dinge, die nicht vernünftig und doch ganz natürlich sind.
— George Bernard Shaw
Wenn du vergnügt sein willst, umgib dich mit Freunden; wenn du glücklich sein willst, umgib dich mit Blumen.
Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken. Nur die eine nicht, und die heißt Vergissmeinnicht.
Geh in den Garten und höre auf die Stille zwischen den Geräuschen: Dies ist die wahre Musik der Natur.
Die Blume kehrt wieder zur Wurzel zurück.
Wenn Winde wehen im Advent, dann wird uns reiche Ernt' geschenkt.
Wenn du auf schlechtes Wetter fluchst, verzerrst noch wütend dein Gesicht, bedenke - was du auch versuchst: Das Wetter int'ressiert es nicht
— Karl-Heinz Söhler
Morgenrot am ersten Tag, Unwetter bringt und große Plag'.
Willst Du nicht Dein Herz öffnen, zu hören, was Regenbogen und Sonne lehren?
— Ralph Waldo Emerson
Wenn's auf dem Berg gereift hat, so ist im Tal alles erfroren.
Beim Jauche-Fahr'n vergeht der Spass, fällt das Toupet ins Jauchefass!
Allen Tieren ist Friede gesetzt ausser Bären und Wölfen.
Den Esel will jedermann reiten.
Wer mit Füchsen zu tun hat, muss den Hühnerstall zuhalten.
Wenn die alten Kühe tanzen, so klappern ihnen die Klauen.
Tummeln sich an Gertrud die Haselmäuse, ist es weit mit des Winters Eise. (17. Nov.)
Der Honig ist nicht weit vom Stachel
Die Frau ist der annehmbarste Naturfehler.
— John Milton
Ein Baum mag tausend Zhàng hoch sein, die Blätter fallen doch zurück zu seinen Wurzeln.
Obwohl aller sterblichen Natur unsichtbar, wird Gott aus seinen Werken selber ersehen.
— Aristoteles