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Sprüche über Natur

1369 Sprüche — Seite 38

In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.

Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.

  1. Die Natur auffassen und sie unmittelbar benutzen, ist wenig Menschen gegeben

    Francois Rabelais

  2. Ich will dein Bett aus Rosen richten und tausend zarte Reime dazu dichten.

    Christopher Marlowe

  3. Sommer ist bei uns nur ein grün angestrichener Winter.

    Christian Johann Heinrich Heine

  4. Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne, du bist mir nah! Die Sonne sinkt, bald leuchten mit die Sterne. Oh, wärst du da!

    Johann Wolfgang von Goethe

  5. Wenn der Bauer auf dem Miststock kräht kommt der Psychiater meist zu spät.

  6. Ist in einem schönen Apfel kein Wurm, so wäre doch gern einer drin.

  7. Wenn es zu Kunigunde friert, sie es noch vierzig Nächte spürt. (03. März)

  8. Man kann einen seligen, seligsten Tag haben, ohne etwas anderes dazu zu gebrauchen als blauen Himmel und grüne Erde.

    Aristoteles

  9. St. Nikolaus spült die Ufer aus. (06. Dez.)

  10. Indem der Mensch die Natur entmachtet, entzieht sie ihm die Bekömmlichkeit

  11. Disteln sind dem Esel lieber als Rosen

  12. Vor Nachtfrost sicher bist du nicht, bevor Sophie vorüber ist. (15. Mai)

  13. Trockener Mai bringt Dürre herbei.

  14. Wenn der Holunder blüht, sind die Bienen müd'.

  15. Im Mai viel Wind, begehrt des Bauern Gesind'.

  16. Ist es klar an Petronell, misst den Flachs ihr mit der Ell'. (31. Mai)

  17. Juniregen und Brauttränen dauern so lang wie's Gähnen.

  18. Ist der Juni feucht und nass, gibt's viel Frucht und grünes Gras.

  19. Wie's Wetter um Medardi fällt, es bis zum Monatsende hält.

  20. Vor Johanni bitt' um Regen, danach kommt er ungelegen. (24. Juni)