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Sprüche über Natur

1369 Sprüche — Seite 29

In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.

Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.

  1. Der Baum kann sich den Vogel nicht aussuchen, der auf ihm landet.

  2. Wenn Jakobi tagt, werden die jungen Störche aus dem Nest gejagt. (25. Juli)

  3. Wenn der Knecht vom Dache pieselt, denkt der Bauer, dass es nieselt.

  4. An Romanus und Lupizinius die Sonne scheinen muss. (28. Feb.)

  5. Der Vogel singt und fragt nicht, wer ihm lauscht. Die Quelle rinnt, und fragt nicht, wem sie rauscht. Die Blume blüht und fragt nicht, wer sie pflückt. O sorge, Freund, dass gleiches Tun dir glückt …

    — Julius Sturm

  6. Bisweilen stelle ich mir die Farben als lebendige Gedanken vor, Wesen reiner Vernunft, mit denen ich mich auseinander setzen kann. Die Natur existiert nicht an der Oberfläche, sie geht in die Tiefe.

    — Paul Cezanne

  7. Mairegen auf die Saaten ist wie Dukaten.

  8. Manchen gelingt es, ein Idyll zu finden, und wenn er's nicht findet, so schafft er's sich.

    — Theodor Fontane

  9. Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins

    — Seneca

  10. Die Jahre drehn sich wie ein Rad - der Frühling bleibt nur eine kurze Weile.

  11. Ins Innere der Natur dringt kein erschaffner Geist.

    — Albrecht von Haller

  12. Freude heißt die starke Feder in der ewigen Natur

    — Friedrich von Schiller

  13. Immer munter und frisch wie im Wasser der Fisch, wie im Kleefeld der Has, wie der Heuschreck im Gras, wie das Entlein im See, wie das Füchslein im Schnee, wie das Fröschlein am Bach, wie der Spatz …

  14. Ein Kunstwerk ist ein Stück Natur, gesehen durch ein Temperament.

    — Emile Zola

  15. Wo Frösche sind, da sind auch Störche.

  16. Aus derselben Ackerkrume wächst das Unkraut wie die Blume und das Unkraut macht sich breit.

    — Friedrich von Bodenstedt

  17. Wer hat es den Läusen so bald gesagt?

  18. Tiere und kleine Kinder sind der Spiegel der Natur.

    — Epikur

  19. Freude heißt die starke Feder In der ewigen Natur. Freude, Freude treibt die Räder In der großen Weltenuhr.

    — Friedrich von Schiller

  20. Die Natur hat niemals das Herz verraten, das sie geliebt hat.

    — William Wordsworth