770 Sprüche — Seite 29
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Kein Bauer wankt nach Hause nach einem Gläschen Brause.
Allein aus Freude am Sehen und ohne Hoffnung, seine Eindrücke und Erlebnisse mitteilen zu dürfen, würde niemand über das Meer fahren.
— Blaise Pascal
Eine Katze in Handschuhen fängt keine Mäuse.
— Benjamin Franklin
Alten Freund für neuen wandeln, heißt für Früchte Blumen handeln.
— Friedrich von Logau
Überall hat man den Himmel über sich.
— Francesco Petrarca
Golf ist ein verdorbener Spaziergang
— Kurt Tucholsky
Die Sonne geht an keinem Dorf vorüber.
Um den Mond scharen sich viele Sterne.
O Sonnenschein! O Sonnenschein! Wie scheinst du mir ins Herz hinein.
— Robert Schumann
Die Henne ist der Umweg des Ei's, ein anderes Ei zu erzeugen.
— Laurence Sterne
Bringt Rosamund Sturm und Wind, so ist Sybille (29. April) uns gelind. (02. April)
Sie verwechseln ihren Hintern mit ihrem Herzen und glauben, der Mond sei dafür geschaffen, ihren Lokus zu beleuchten.
— Gustave Flaubert
So viel Dornen ein Rosenstock, so viel Haare ein Ziegenbock, so viel Flöh ein Pudelhund, so viel Jahre bleib gesund.
Zyniker: ein Mensch, der, wenn er Blumen sieht, nach dem Sarg Ausschau hält.
— H. L. Mencken
Pass dich dem Schritt der Natur an; ihr Geheimnis heißt Geduld.
— Ralph Waldo Emerson
Es schlägt nicht immer ein, wenn es donnert
Jugendliebe dauert nicht länger als Schnee im April.
Auch die dunkelste Wolke hat einen silbernen Rand.
Keine lockt mich, Ranunkeln, von euch, und keine begehr ich; Aber im Beete vermischt sieht euch das Auge mit Lust.
— Johann Wolfgang von Goethe
Was für ein hässliches Tier ist der Affe, und wie sehr ähnelt er uns.
— Marcus Tullius Cicero