Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 53
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Die Spinne saugt Gift, die Biene Honig aus allen Blumen.
Wenn der Storch die Erbsenstoppel sieht, jagt er die Jungen vom Neste.
Dem Storch gefällt sein Klappern wohl.
Es sagt ein Storch dem andern Langhals.
Die Täublein müssen Federn lassen.
Wer keine Taube hat, der hat Mücken.
Eisern Vieh stirbt nicht.
Man sieht's am Schwanz, was es für ein Vogel ist.
Laß mir den Vogel und behalt du die Federn.
Was nicht am Vogel ist, das ist an den Federn.
Böser Vogel, böses Ei.
Jeder Vogel singt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.
Jedem Vogel gefällt sein Nest.
Jeder Vogel hat sein Nest lieb.
Vogelfang gehört zum Wildbann.
Mit der Logik allein ist die menschliche Natur nicht zu besiegen. Die Logik sieht drei Möglichkeiten, dabei gibt es ihrer eine Million
— Fjodor M. Dostojewski
Naturnotwendig will der Mensch das Gute.
— Thomas von Aquin
Auch wenn der Spatz klein ist, hat er doch alle lebenswichtigen Eingeweide.
Es muss ein Loch geben, bevor der Wind durchpfeifen kann.
Ein Unwetter währt keinen ganzen Tag.
— Laotse