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Sprüche über Natur

1369 Sprüche — Seite 32

In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.

Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.

  1. St. Valentin nimmt die Feiertag hin. (07. Jan.)

  2. Fährt der Bauer raus zum Jauchen, wird er nachts ein Deo brauchen

  3. Man findet manchen Esel, der nie Säcke trug.

  4. Die Kälte, die kommt angegangen, wenn bei Theobald die Tage langen. (16. Jan.)

  5. Die Gewohnheit ist eine zweite Natur.

    — Marcus Tullius Cicero

  6. Kein Vieh verbüßt Gewette.

  7. So wie Martin es will, zeigt sich dann der ganze April. (13. April)

  8. Am Neujahrstag Sonnenschein, läßt das Jahr uns fruchtbar sein.

  9. Der Adler heckt keine Zeislein.

  10. Gewitter am St. Georgstag, ein kühles Jahr bedeuten mag. (23. April)

  11. Es kann nicht immer so bleiben, hier unter dem wechselnden Mond, es blüht eine Zeit und verwelket, was mit uns die Erde bewohnt.

    — August von Kotzebue

  12. Die Kraft der Natur steckt auch in dir.

  13. Wir haben auch Arbeit, und gar zu zweit, und haben die Sonne und Regen und Wind. Und uns fehlt nur eine Kleinigkeit, um so frei zu sein, wie die Vögel sind: nur Zeit.

    — Richard Fedor Leopold Dehmel

  14. Markarius das Wetter prophezeit für die ganze Erntezeit. (04. Jan.)

  15. Dreikönigsabend hell und klar, verspricht ein gutes Erntejahr. (06. Jan.)

  16. Das Huhn ist schlau und stellt sich dumm; beim Hahn, da ist es andersrum

  17. Seine Hühner legen Eier mit zwei Dottern.

  18. Alte Krähen sind schwer zu fangen.

  19. Die kleinen Krebse und Fische sind die besten, wenn man große nicht haben kann.

  20. Jede sprossende Pflanze, die mit Düften sich füllt, trägt im Kelche das ganze Weltgeheimnis verhüllt.

    — Franz Emanuel August Geibel