Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 23
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Es gibt ein allgemein gültiges Gesetz, das Entstehen und Vergehen befiehlt.
— Publius Syrus
Lächle, denn es gibt einen Frühling in deinem Garten, der die Blüten bringt, einen Sommer, der die Blätter tanzen und einen Herbst, der die Früchte reifen lässt.
Man ist ja von Natur kein Engel, vielmehr ein Welt- und Menschenkind, und ringsumher ist ein Gedrängel von solchen, die dasselbe sind.
— Wilhelm Busch
Die Blumen des eigenen Gartens duften nicht so stark wie die wilden Blumen. Dafür halten sie länger.
Viele Wege führen zum Gipfel eines Berges, doch die Aussicht bleibt die gleiche
Die Erde braucht Dünger wie der Fisch das Wasser.
Wer ein Kamel liebt, muss sich mit seinen Höckern abfinden.
Es sind die hübschen Vögel, die man in den Käfig sperrt
Vertreibe die Natur mit der Mistgabel - immer wieder wird sie zurückkehren.
— Horaz
Bäume sind für den Schatten da, Kinder fürs Alter.
Wer Bäume pflanzt liebt noch andere außer sich selbst.
Ein Mädchen ohne Freund ist wie ein Frühling ohne Blüten
Die Fliege, die nicht geklappt sein will, setzt sich am sichersten auf die Klappe selbst.
— Georg Christoph Lichtenberg
Die Natur versteht keinen Spass, sie ist immer wahr, sie hat immer recht, und die Fehler und Irrtümer sind immer die der Menschen
— Johann Wolfgang von Goethe
Die Mücke fliegt so lang ums Licht, bis sie sich versengt.
Der Eber ist stets missgestimmt, weil seine Kinder Ferkel sind.
Am Septemberregen ist dem Bauern viel gelegen.
Zu Theres beginnt die Weinles'. (15. Okt.)
Kracht die Kuh durchs Scheunendach, wollt’ sie wohl den Schwalben nach.
Das macht den Bauern gar nicht froh, wenn's regnet in sein Cabrio.