Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 49
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Man sieht die Flöhe besser auf einem weißen Tuche als auf einem schwarzen.
Leichter eine Wanne Flöhe hüten als eines Weibes.
Die Frösche sind allweg des Storchen Speise.
Die Frösche tun sich selber Schaden, wenn sie den Storch zu Hause laden.
Der Frosch lässt das Quaken nicht.
Die Frösche gehen dem Bache zu, legt man sie schon an Ketten.
Setz einen Frosch auf goldnen Stuhl, er hüpft doch wieder in den Pfuhl.
Man tritt den Frosch so lange, dass er pfeift.
Was ein Frosch werden will, muss erst ein Kühleskopp gewesen sein.
Er kann nichts dazu, dass die Frösche keine Schwänze haben.
Stirbt der Fuchs, so gilt der Balg.
Man schickt Füchse aus, um Füchse zu fangen.
Die Gänse gehen überall barfuß.
Blinder Gaul geht grade zu.
Gibt Gott Häschen, so gibt er auch Gräschen.
Sieh auf die Hühner und nicht auf die Nester.
Was zum Huhn geboren ist, scharrt nimmer vor sich.
Es gibt mehr als einen bunten Hund.
Die Katze läßt das Mausen nicht.
Katzenkinder lernen wohl mausen.