770 Sprüche — Seite 10
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Du bist wie eine Rose, so schön und stachelig - drum halt ich dich nur lose, doch das für ewiglich.
Erst müssen die raueren Stürme, die den Frühling ankündigen, verbraust sein, ehe die Blüte hervordringt.
— Wilhelm Schulz
Ein einfacher Zweig ist dem Vogel lieber als ein goldener Käfig.
Man darf am Wetter nie verzweifeln, solange noch ein blauer Fleck am Himmel steht.
— Arthur Schopenhauer
Alle wahren Muster des Geschmacks sind in der Natur.
— Jean-Jacques Rousseau
Unkraut ist alles, was nach dem Jäten wieder wächst.
— Mark Twain
Wenn du stirbst, wird sich dein Körper in Tausende von Sternen verwandeln, die dann am Himmel leuchten und jeder; der in den Himmel schaut, wird sich in die Nacht verlieben
Wenn dich die Lästerzunge sticht, so laß dir dies zum Troste sagen: Die schlechtesten Früchte sind es nicht, woran die Wespen nagen.
— Gottfried August Bürger
Ich weiss recht gut, dass man über die menschliche Natur nie alles wissen kann, was man wissen sollte. Nur auf eines kann man sich verlassen: dass sie immer wieder Überraschungen bereithält.
— William Somerset Maugham
Die Hoffnung durch einen Stern ausdrücken - die Sehnsucht der Seele durch einen strahlenden Sonnenuntergang.
— Vincent van Gogh
Die Liebe ist vielleicht der höchste Versuch, den die Natur macht, um das Individuum aus sich heraus zu dem anderen hinzuführen. Im Wunsch such ich, den Gegenstand zu mir zu ziehen, in der Liebe w …
— José Ortega y Gasset
Wenn man etwas recht gründlich haßt, ohne zu wissen warum, so kann man überzeugt sein, dass man davon einen Zug in seiner eigenen Natur hat
— Christian Friedrich Hebbel
Schönheit ist das von uns erblickte Spiegelbild einer außerordentlichen Freude der Natur.
— Friedrich Nietzsche
Gebt dem kleinen Kind einen dürren Zweig, es wird mit seiner Phantasie Rosen daraus sprießen lassen
— Jean Paul
Wir haben uns die Erde nicht unterworfen. Wir haben ihr nur tiefe Wunden geschlagen.
— Georg Simmel
Sieh auf die Natur: Sie ist beständig in Aktion, steht nie still, und doch schweigt sie.
— Mahatma Gandhi
Auf einen knorrigen Ast gehört ein derber Keil.
Auch das kleinste Katzentier ist ein Meisterwerk
— Leonardo da Vinci
Jedes Naturgesetz, das sich dem Beobachter offenbart, lässt auf ein höheres, noch unerkanntes schließen.
— Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt
Die Samen der Vergangenheit sind die Früchte der Zukunft.
— Buddha