Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 10
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Wer die Natur nicht durch die Liebe kennenlernt, der wird sie nie kennenlernen.
— Friedrich von Schlegel
Die Samen der Vergangenheit sind die Früchte der Zukunft.
— Buddha
Jedes Naturgesetz, das sich dem Beobachter offenbart, lässt auf ein höheres, noch unerkanntes schließen.
— Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt
Glückselig also ist ein Leben, welches mit seiner Natur im Einklang steht.
— Seneca
Das Tröpflein wird das Meer, wenn es ins Meer gekommen, die Seele Gott, wenn sie in Gott aufgenommen.
— Angelus Silesius
Kommt St. Georg auf dem Schimmel, kommt ein gutes Jahr vom Himmel. (23. April)
Wie die süßeste Frucht zuweilen eine raue Schale hat, so verbirgt sich oft eine freundliche und herzliche Natur unter einem rauen Äußeren.
— Samuel Smiles
Wenn St. Thomas dunkel war, gibt es ein schönes neues Jahr. (21. Dez.)
Die Natur gibt einem Menschen seine Fähigkeiten, und das Glück bringt sie zur Wirkung.
— François de la Rochefoucauld
Die Spitze des Berges ist nur ein Umkehrpunkt.
— Reinhold Messner
Es ist eine Forderung der Natur, dass der Mensch mitunter betäubt werde, ohne zu schlafen. Daher der Genuß im Tabakrauchen, Branntweintrinken, Opiaten.
— Johann Wolfgang von Goethe
Baut der Knecht beim Ernten Scheiß, kriegt er vom Bauern Feldverweis!
Hohle Köpfe klappern am meisten.
Es gibt ein Naturwunder, das noch größer ist als das Meer. Das ist der Himmel.
— Victor-Marie Hugo
Der glücklichste Mensch ist derjenige, der von der Natur die Verehrung lernt.
— Ralph Waldo Emerson
Dem Landmann tut's das Herz zerreissen, sieht er das Huhn aufs Sofa scheißen
An dem Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.
Willst den Nachbarn glücklich seh'n, darfst nicht in die Sonn' ihm steh'n.
Der hl. St. Kilian stellt die ersten Schnitter an. (08. Juli)
Das Leben in der Natur gibt die Wahrheit der Dinge zu erkennen.
— Albrecht Dürer